Astrid kann ein "d" nicht sicher von einem "t" unterscheiden. Wenn es um sie herum laut wird, hat sie Mühe zu verstehen, was die anderen sagen. Astrid ist ein aufgewecktes Kind, klug, gesund, nur etwas schwerhörig - und doch sind ihre Eltern in Sorge, was mit ihr werden soll. Denn dieses Jahr wird Astrid eingeschult - es kann sein, dass sie eine Förderschule besuchen muss, obwohl ihre Eltern das überhaupt nicht wollen.
Astrid ist eines von 1622 Vorschulkindern in Hessen mit einem besonderen Förderbedarf. Und nur für die wenigsten von ihnen gibt es einen Platz in der "normalen", der Regelschule. "365 Jungen und Mädchen wurden vergangenes Jahr in eine Regelschule zum gemeinsamen Unterricht aufgenommen", berichtet Eva Wingerter.
Wie kann ich beim Malwettbewerb mitmachen? Teilnehmen können Klassen aller hessischen Schulen. Lehrkräfte schicken eine E-Mail an info@lions-frankfurt.de.
Wem hilft der Wettbewerb? Kindern mit besonderem Förderungsbedarf. Moderatoren sollen die Schulen und die Lehrer bei der Umstellung auf den integrativen Unterricht unterstützen. Die Einnahmen aus dem Malwettberb werden dazu verwendet, die Arbeit der Moderatoren zu finanzieren.
Was kann ich gewinnen? Die Sieger erhalten einen Malkurs in der Städelschule. Ihre Bilder werden in Frankfurt ausgestellt und öffentlich versteigert. Die Frankfurter Rundschau druckt die besten Arbeiten ab. Die Schulen der Sieger erhalten eine Geldprämie.
Was kostet die Teilnahme? Erbeten ist eine Spende von mindestens einem Euro je Teilnehmer.
Was muss ich tun? Möglich sind alle Maltechniken, einschließlich Collagen, in den Formaten DIN A 4 bis DIN A 2, möglichst auf Karton. Die Bilder sind bis 30. April abzugeben.
Informationen im Internet unter www.schueler-fuer-schueler.org. (pgh)
Wingerter arbeitet in der Integrativen Beratungs- und Koordinierungsstelle in Frankfurt und setzt sich für den Ausbau des gemeinsamen Unterrichts ein. Sie hat durchaus Gutes zu berichten. Das hessische Kultusministerium hat 50 neue Stellen für Sonderpädagogen geschaffen, die Kinder mit besonderem Förderbedarf durch den Unterricht an der Regelschule begleiten.
Die Plätze für den gemeinsamen Unterricht haben sich so mehr als verdoppelt. Statt gut zehn Prozent der Vorschulkinder mit Förderbedarf konnten im Schuljahr 2009/10 mehr als 22 Prozent in die ganz normale Grundschule gehen, häufig gemeinsam mit ihren Freunden und Freundinnen aus dem Kindergarten und der Nachbarschaft.
"Und doch reicht das nicht", sagt Sibylle Hausmanns vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen". "Denn immer mehr Eltern wollen vermeiden, dass ihre Kinder auf die Förderschule müssen", sagt Hausmanns. Die ist oft weit weg von zu Hause - und viele Eltern fürchten, ihre Kinder seien bereits vom Start weg chancenlos, weil mit dem Förderschulabschluss kaum ein Weg in den Beruf führt.
Trotz der Aufstockung der Plätze mussten laut Hausmanns in Hessen mehr als 150 Kinder abgewiesen werden. Doch es ist etwas in Bewegung gekommen in Hessen. Auch deshalb, weil in Deutschland seit geraumer Zeit die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gilt. Die fordert gemeinsamen Unterricht für alle, die dies wünschen - Rückenwind für Eltern also, die für die Rechte ihrer Kinder zu streiten bereit sind.

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