Immer nur gegen die European Business School (EBS). Immer nur Kritik, weil die Bezahl-Hochschule vom Staat Geldgeschenke erhält - rund 50 Millionen Euro insgesamt. Es werde Zeit, dass auch mal jemand Argumente für den Umzug des pro Jahr 12.000 Euro teuren Instituts nach Wiesbaden nenne.
So argumentiert die Initiative "Pro Wissenschaftsstandort Wiesbaden" - laut Selbsterklärung "ein Zusammenschluss verschiedener engagierter Personen in der Landeshauptstadt". Vorm Gerichtsgebäude demonstrieren sie. Hier, nahe der Moritzstraße soll die EBS mal zu Hause sein.
Die "engagierten Personen" sind erstaunlich jung, tragen Kostüme und Zweireiher und prosten mit Sekt auf die EBS. Parolen auf den Schildern lauten: "Wir sind die Elite", "Was nichts kostet, ist nichts wert" oder "Eure Armut kotzt mich an."
Die EBS als Anziehungspunkt
Sprecher Timo Sprenkelmann wirbt für die Ansiedlung der EBS: Sie zöge Geld in die Stadt, ebenso Hochtalentierte und sorge so für mehr studentisches Leben in der Stadt. Für die Ärmeren gebe es ja Stipendien und am Ende könnten halt nicht alle studieren.
Sekt hin, Pferdeschwanz her - die Schnöselattitüde ist nicht ganz konsequent. Die Marke ist nicht französisch sondern ostdeutsch: Rotkäppchen. Die Schilder sind bunt und von Hand gemalt, erinnern weniger an teure Werbeagenturen - sondern mehr an Parka tragende Friedensbewegte aus den 80ern.
Die Initiative gibt es denn so auch nicht. Die Demonstranten gehören dem Stadtschülerrat an. Sie seien dagegen, dass die EBS 50 Millionen Euro Staatsgeld erhält, während in Wiesbaden öffentliche Schulen nicht saniert werden könnten, meint Stadtschülersprecherin Astrid Schröder. Die Kundgebung soll die Absurdität dieser Situation aufzeigen.

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