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European Business School: Wiesbaden trickst für Elite-Uni

Der Umzug der privaten EBS nach Wiesbaden kostet die öffentliche Hand wohl noch mehr als bislang bekannt. Und diesmal wird sogar das Parlament ausgebremst. Von M. Thurnes und S. Müller

Die EBS soll erst einmal in den leer stehenden Koellmann-Bau an der Mainzer Straße ziehen.
Die EBS soll erst einmal in den leer stehenden Koellmann-Bau an der Mainzer Straße ziehen.
Foto: FR/Müller

Die European Business School (EBS) soll nach Plänen von Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) ihren Jurazweig in der Mainzer Straße ansiedeln. Das ehemalige Köllmann-Haus, das seit Jahren leersteht, wäre aber nur eine "Zwischenlösung", bis die alten Gerichtsgebäude im Komplex Moritzstraße umgebaut sind. Die Bildungsgewerkschaft GEW zweifelt, ob das wirklich so kommt.

Den Einzug der privaten EBS organisiert Müller am Parlament vorbei. Die stadtnahe "Wiesbadener Versorgungs- und Verkehrsholding" (WVV) soll das Gebäude kaufen. Als Preis sind sechs Millionen Euro im Gespräch. Das bestätigt Müller nicht, sagt aber, der Preis müsse unter zehn Millionen Euro liegen. Die EBS werde eine angemessene Miete zahlen. Nach dem Auszug werde das Gebäude dann verkauft, die WVV soll laut Oberbürgermeister "kostenneutral" aus dem Geschäft herauskommen.

Müller dementiert, dass das Gebäude nur für die EBS gekauft werde. Vielmehr werde mit dem Geschäft "ein gordischer Knoten" durchschlagen. Früher sei unklar gewesen, wem das Haus gehört. Die Ansiedlung eines japanischen Auto-Herstellers sei an der Situation gescheitert. Jetzt hätten WVV und Verwaltung den entscheidenden Besitzer ausfindig gemacht. Nach dem EBS-Auszug - "wenn das mit dem Kauf überhaupt klappt" - komme das Gebäude wieder auf den Markt.

Das GEW-Mitglied Hans-Joachim Barth bezweifelt diese Version. Er sieht darin eine weitere staatliche Zuwendung an die EBS. Diese war ohnehin in die Schlagzeilen geraten: Obwohl die private Hochschule Gebühren von rund 12 000 Euro im Jahr nimmt, ließ sie sich den teilweisen Umzug von Oestrich-Winkel nach Wiesbaden versilbern: Rund 50 Millionen Euro zahlen Stadt und Land dafür zusammen. Barth zweifelt, ob die EBS wirklich noch plane, in die Moritzstraße zu ziehen. Es gebe Gerüchte, und die GEW könne sich vorstellen, dass die Schule dieses Projekt nicht mehr stemmen kann.

EBS - Millionen für die Elite

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Die EBS dementiert: "Die Moritzstraße hat sich für uns überhaupt nicht erledigt", sagt Angela Kunwald, Head of Corporate Communication - auf deutsch: Pressesprecherin - der EBS. Anfang 2010 gebe es einen Architektenwettbewerb für die Moritzstraße, dann stünde fest, wie lang der Umbau dauert. Danach zöge die EBS mit dem Jurazweig ein.

Im Wintersemester 2011/12 starteten die Vorlesungen. Derzeit würden die Lehrstühle eingerichtet. Der Jurazweig brauche eine "Zwischenlösung", wie Kunwald bestätigt. Ob es die Mainzer Straße sei, hänge von den Verhandlungen ab.

GEW sieht Gemauschel

GEW-Vertreter Barth kritisiert, die Geschichte habe ein "Geschmäckle." Seiner Meinung nach schustert Müller als OB der privaten Hochschule Geld zu und sei dabei nicht objektiv. Nach Angaben der EBS sitzt Müller im Stiftungsrat der Hochschule. "Vor diesem Hintergrund ist die Alimentierung der EBS ein Skandal." Zumal Müller die Verträge nicht offenlege und die Zuschüsse stückchenweise der Öffentlichkeit mitgeteilt würden.

Der Oberbürgermeister solle endlich die Summe nennen, die an Steuern an die Bezahlhochschule fließen, meint Barth.

Autor:  Mario Thurnes und Sabine Müller
Datum:  4 | 11 | 2009
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