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European Business School: Wiesbaden wird Uni-Stadt

Die private Hochschule EBS wird am Mittwoch zur Universität aufgewertet. Das lassen sich Wiesbaden und das Land rund 50 Millionen Euro kosten. Von Sabine Müller

Für die EBS legt sich die Stadt Wiesbaden mächtig ins Zeug - da wird auch viel Wert auf die Rasenpflege gelegt.
Für die EBS legt sich die Stadt Wiesbaden mächtig ins Zeug - da wird auch viel Wert auf die Rasenpflege gelegt.
Foto: FR/Müller

EBS-Universität, Law-School oder Universität für Wirtschaft - was davon in Kürze über dem Portal des ehemaligen Köllmann-Hauses am Gustav-Stresemann-Ring 3 zu lesen sein wird, ist noch geheim. Fest steht, dass die EBS seit gestern offizieller Mieter des 4500 Quadratmeter großen Bürohauses ist. Und dass nach der Gründungsfeier am Mittwoch im Kurhaus hier der Sitz der neuen juristischen Fakultät der Privathochschule sein wird.

Die städtische Holding WVV hat das seit Jahren leerstehende Gebäude neben dem Delta-Haus für den prominenten Mieter in acht Wochen saniert. "Das war Rekordzeit", sagte Geschäftsführer Rainer Schäfer am Montag bei der symbolischen Übergabe eines goldenen Schlüssels an EBS-Präsident Christopher Jahns.

26 Firmen hätten in der kurzen Zeit für die künftigen EBS-Jura-Studenten 30 Kilometer Datenkabel gezogen, 4000 Quadratmeter neuen Teppich und Parkett verlegt, 1000 Quadratmeter neue Trennwände eingezogen, und 25000 Quadratmeter Decke und Wände neu verputzt. "Eine Punktlandung" habe die Holding bei den Kosten hingelegt, so Schäfer: Genau 8,6 Millionen Euro hätten der Kauf des Hauses im April samt der Sanierung gekostet.

Der Mietvertrag mit der EBS gilt bis Ende 2013. Danach ziehen die bis dahin etwa 620 Jurastudenten samt Verwaltung in das sanierte Alte Landgericht in der Gerichtsstraße und den dann fertigen EBS-Neubau an der Moritzstraße um.

EBS - Millionen für die Elite

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Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) freute sich in seiner Rede darüber, dass der Ankauf des ehemaligen Köllmann-Bürohauses durch die städtische Holding zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen habe: in prominenter Lage sei ein Haus zu neuem Leben erwacht und zugleich ein Manko der hessischen Landeshauptstadt beseitigt, nämlich eine Landeshauptstadt ohne Universität zu sein: "Die EBS steht Wiesbaden sehr gut zu Gesicht".

Die Privathochschule sei eine weitere "wichtige Facette", die dem Hochschulstandort Wiesbaden beigefügt werde. Mit Hilfe öffentlicher Gelder werde der "Standortfaktor Bildung" verstärkt. Das sei ein wichtiges Signal in Zeiten, in denen darum gestritten wird, mehr Geld für Bildung auszugeben. Es sei aber auch wichtig, weil neue Arbeitsplätze heute dort geschaffen würden, "wo Wissen entsteht". Die EBS werde in dieser Hinsicht "einen wichtigen Meilenstein" setzen.

Die Unterstützung der EBS beim Aufbau ihrer Law School mit städtischen Geldern stehe nicht singulär, sagte Müller mit Blick auf die Kritik etwa von der Lehrergewerkschaft GEW oder des Landeselternbeirates. So investiere die Stadt zurzeit 113 Millionen Euro in die Sanierung öffentlicher Schulen, "so viel wie noch nie". Dabei helfe auch das Sonderkonjunkturprogramm, aber nicht nur. Müller ist sich sicher, dass sich nach dem Umzug der EBS ins alte Gerichtsviertel 2013 schnell wieder ein neuer Mieter für das Bürohaus findet.

EBS-Präsident Jahns machte der Holding am Montag sogar Hoffnung, auch nach 2013 Mieter des Hauses zu bleiben. Die EBS sei in den vergangenen drei Jahren um den Faktor drei gewachsen. Wenn es so weiter gehe, werde das ehemalige Köllmann-Haus voraussichtlich länger gebraucht, als gedacht. Kritik an den öffentlichen Zuschüssen für die private Law School wies er zurück. Die EBS finanziere sich zu 90 Prozent aus privat organisierten Budgets. Staatliche Hochschulen sollten in diesen Wettbewerb eintreten, statt zu klagen, sagte Jahns: "Der Beste soll am Ende gewinnen".

Auch Teile der betriebswirtschaftlichen Fakultät ziehen ins ehemalige Köllmann-Haus ein. EBS-Facility-Manager Dirk Neujahr geht davon aus, dass der Neubau im Gerichtsviertel im September 2013 steht. Momentan suche die EBS europaweit einen Investor für das ÖPP-Bau-Projekt auf einem Erbpachtgrundstück des Landes. "Wir sind im Zeitplan".

Autor:  Sabine Müller
Datum:  15 | 6 | 2010
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