Ungeachtet der Ungewissheit über das geplante Quartier der Europäischen Zentralbank (EZB) will die Stadt "in den nächsten Wochen" einen internationalen Wettbewerb zur Gestaltung eines Mahnmals ausschreiben. Es soll an die Menschen erinnern, die ab 1942 in den Kellern der alten Großmarkthalle zur Deportation in Konzentrationslager zusammengetrieben worden waren. Raphael Gross, der Direktor des Jüdischen Museums, geht davon aus, dass es beim Wettbewerb für Architekten und Künstler bleibt. "Ich habe nichts Gegenteiliges gehört", sagt Gross. Auch EZB-Sprecherin Andrea Jürges versichert: "Wir halten an der Gedenkstätte fest."
Sie wird freilich schon seit drei Jahren angekündigt, ohne dass bislang etwas konkret geschehen ist. Die EZB bleibe Mitfinanzier und sei auch in der Jury des Wettbewerbs vertreten, so Jürges. Einer der alten Keller der Markthalle, die von der EZB für ihr neues Domizil umgestaltet werden sollte, bleibe unverändert erhalten. Der mit einer flachen Decke ausgestattete Raum liege unter dem östlichen Kopf der Großmarkthalle und werde zeitweise für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Die für den Wettbewerb auserkorene Fläche liegt wegen der "extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen der EZB" (Gross) außerhalb des EZB-Geländes - auf dem relativ schmalen Grünstreifen südlich davon hin zum Main. Hier findet sich auch das alte Bahn-Stellwerk, das als möglicher Standort des Mahnmals gehandelt wird. Das Preisgericht, dem unter anderem EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) angehören, hat sich schon zu einer vorbereitenden Sitzung getroffen.
Eine Entscheidung über den künstlerischen Entwurf könne, wie es heißt, noch in diesem Jahr gefällt werden. Für den Bau der Gedenkstätte wollen Stadt und EZB mindestens eine Million Euro bereitstellen.

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