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Filmfestspiele: "The International" eröffnet Berlinale

Vor 1600 Gästen feierte der rasante Politthriller von Tom Tykwer um die Machenschaften skrupelloser Bankiers zur Eröffnung der Berlinale seine Weltpremiere.

Regisseur Tom Tykwer mit Freundin Marie Steinmann (05.02.2009)
Regisseur Tom Tykwer mit Freundin Marie Steinmann (05.02.2009)
Foto: rtr

Berlin. Mit Applaus ist am Donnerstagabend der Berlinale-Eröffnungsfilm "The International" von Tom Tykwer aufgenommen worden. Vor 1600 Gästen feierte der rasante Politthriller um die Machenschaften skrupelloser Bankiers seine Weltpremiere. Das bei den 59. Internationalen Filmfestspielen Berlin außer Konkurrenz laufende Action-Drama ist vom nächsten Donnerstag (12.2.) auch in den Kinos zu sehen. Tykwers Kollegen lobten den Eröffnungsfilm nach der Gala als äußerst spannend und hochaktuell.

Der Brite Clive Owen ("Children Of Men") und die Australierin Naomi Watts ("King Kong") spielen in dem hochaktuellen Film ein Ermittlerteam, das gegen die Übermacht einer international agierenden Bank kämpft. Armin Mueller-Stahl ("Buddenbrooks") ist in der Rolle eines früheren Stasi-Haudegens zu sehen, der sich am Ende auf die Seite des Guten schlägt.

Hunderte Filmfans standen am roten Teppich, um die Premierengäste zu sehen. In den Berlinale-Palast am Potsdamer Platz war fast die komplette deutsche Schauspieler-Elite gekommen: Nina Hoss, Heike Makatsch, Ulrich Matthes, Christian Berkel, Joachim Krol und Ulrich Tukur ebenso wie Senta Berger, Iris Berben, Jürgen Vogel und Hannelore Elsner. Daneben Kameramann Michael Ballhaus, Produzent Bernd Eichinger, Sänger Herbert Grönemeyer, Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Kulturstaatsminister Bernd Neumann.

Nicht dabei war Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Er nahm an dem Abend an der Feier zum 60. Geburtstag des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck teil. Nicht ganz vollständig war auch das "The International"-Team. Watts, die gerade erst Mutter geworden ist, war nicht nach Berlin gekommen.

18 Filme konkurrieren um den Goldenen Bären

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und Jury-Präsidentin Tilda Swinton gaben dann den Startschuss für das Festival, das bis zum 15. Februar fast 400 Filme aus aller Welt zeigt. Mehr als 250.000 Kinobesucher werden erwartet. Im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Bären konkurrieren 18 Regiearbeiten. Zwei deutsche Filme gehen ins Rennen: Hans-Christian Schmid mit "Sturm" und Maren Ade mit "Alle anderen".

Dieter Kosslick sagte, die meisten Filme im Programm seien "nah an der Realität". Die Filmemacher hätten bei ihrer Arbeit viel Instinkt bewiesen. Mit Blick auf die Wirtschaftskrise und die Konjunkturprogramme der Bundesregierung sagte Kosslick, wenn die zur Verfügung gestellten Mittel auch zum Teil der Kultur zu Gute kämen, "dann macht diese Krise Sinn." Über den Finanzthriller "The International" sagte Kosslick: "Der Film hat in den letzten Wochen und Monaten eine unglaubliche Aktualität bekommen. Man könnte fast sagen, dass es ein Dokumentarfilm ist." Kameramann Michael Ballhaus sprach nach der Vorführung von einem "hochpolitischen, perfekt gemachten Film".

Jury-Präsidentin Tilda Swinton sagte, sie sei schon 14 Mal bei der Berlinale gewesen. Vor allem gefielen ihr die Zuschauer, die sowohl "Buh schreien" als auch "begeistert klatschen" könnten. Ein solches Publikum brauche ein Festival. Schlingensief sagte, er habe schon seit seiner Geburt mal in der Berlinale-Jury sein wollen. "Man wird ganz schön gepäppelt und das tut mir gerade ganz gut", sagte der an Krebs erkrankte Regisseur.

Viele Filme des diesjährigen Festivals zeigen die Opfer von Globalisierung und Kriegen. Doch auch der Glamour kommt nicht zu kurz. Erwartet werden Stars wie Michelle Pfeiffer, Renée Zellweger, Keanu Reeves, Demi Moore, Michel Piccoli, Willem Dafoe, Woody Harrelson und Steve Martin. Oscar-Anwärterin Kate Winslet kommt bereits an diesem Freitag, um die mit Spannung erwartete Bestseller-Verfilmung "Der Vorleser" zu präsentieren. An ihrer Seite spielt der erst 18-jährige deutsche Schauspieler David Kross. (dpa/ddp)

Datum:  6 | 2 | 2009
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