Das Glasdach über dem Airrail-Center am Frankfurter Flughafen ist montiert, die Fassade hängt fast zur Gänze. Wo einst der Kelsterbacher Wald stand, ist inzwischen Freifläche geschaffen worden für die Landebahn Nordwest. Westlich des Terminal 1 nimmt der neue Flugsteig A+ langsam Gestalt an und in Gateway Gardens, dem neuen hochwertigen Bürostandort direkt am Flughafen mit eigenem S-Bahn-Anschluss, wird im nächsten Jahr der Grundstein für das House of Logistics and Mobility (abgekürzt: Holm) gelegt werden.
Es geht voran mit Airport oder Business City, von der der Flughafenbetreiber Fraport lieber spricht, weil dort zwar angekommen und abgeflogen, verhandelt und vereinbart, gekauft und erlebt, geruht und gesundet - aber eben nicht gewohnt werden wird.
Die Fortschritte beim Ausbau, die Zukunft der Systempartnerschaft von Flughafen Frankfurt und Lufthansa, die "Faszination Frankfurt", die größte private Investition in Deutschland - das sind die Botschaften, die die Initiative Luftverkehr für Deutschland am Mittwoch unter die Leute bringen will. Der Initiative gehören neben Fraport und Lufthansa die Deutsche Flugsicherung und der Flughafen München an.
Seit fünf Jahren nimmt die Initiative auf Bundesebene Einfluss auf das Thema Luftverkehr in Deutschland, um etwa "international wettbewerbsfähige Betriebszeiten" für die Flughäfen zu erreichen - was inzwischen auch im Koalitionsvertrag der CDU/FDP-Bundesregierung steht. Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt und manche Umweltstandards im Blick auf die Kosten überprüft werden - worauf Lufthansa-Vorstand Peter Gerber auf den Ausbau des Airports Shanghai verweist. Dort würde es nicht darum gehen, dass versickerndes Wasser gleich Trinkwasserqualität haben müsse.
Eine Milliarde gegen den Engpass
Was beim Bau der Landebahn Nordwest der Fall sein muss. Gebaut wird in Frankfurt, weil der Flughafen nicht die Kapazität hat, die er braucht, sagt Fraport-Chef Stefan Schulte. In Spitzenzeiten könnte Fraport wegen der Nachfrage 15 bis 20 Prozent mehr Flüge abwickeln, was wegen des Kapazitätsengpasses aber nicht möglich sei.
Um den Engpass zu beheben, investiert Fraport laut Schulte jährlich eine Milliarde Euro. Und "jetzt geht es voran. Wir haben zehn Jahre für den Ausbau gekämpft, zehn Jahre geplant, und jetzt setzen wir das um". Den Standort Frankfurt schätzt die Lufthansa im internationalen Vergleich etwa beim Thema Gepäckabfertigung und Betrieb "deutlich besser" als die Konkurrenz ein. Das sei die Grundvoraussetzung für Wachstum, sagt Standortleiter Karl-Rudolf Rupprecht. Gleichwohl müssten Wartezeiten verkürzt und für die Fluggäste mehr Möglichkeiten zum Shoppen und Essen geschaffen werden.
Auch beim Thema Sicherheit sieht Lufthansa die Notwendigkeit, die Überprüfungen für alle deutschen Flughäfen zu standardisieren und die Gebühren zu senken. Laut Lufthansa-Vorstand Peter Gerber liegen die Kosten dafür je nach Flughafen bei fünf bis zehn Euro. Dem steht laut Gerber ein Gewinn von fünf Euro pro Passagier für die Lufthansa gegenüber - erzielt allerdings in Phasen, in denen Lufthansa einen Milliardengewinn realisiert habe.
Bau-Ende 2011
Wo die neue Landebahn Nordwest entsteht, bauen die Unternehmen in diesen Tagen einen Tunnel, leiten Zuleitungen um und werden demnächst die Hochspannungskabel unterirdisch verlegen. Das Umspannwerk wird teilweise versetzt werden. Das Baufeld ist nach Angaben von Ausbauchef Horst Amann drei Kilometer lang und 600 Meter breit.
Der neue Flugsteig A+ westlich des Terminal 1 wird nach Angaben der Lufthansa im Rohbau Mitte nächsten Jahres stehen und 2011 fertig ausgebaut werden. Der Flugsteig wird eine Kapazität von sechs Millionen Passagieren im Jahr haben und Anlaufstelle vor allem für Reisende im Airbus 380 sein.

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