Der Vorstandsvorsitzende des Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, hat sich für zehn Nachtflüge als Kompromisslösung beim Ausbau des Frankfurter Flughafens ausgesprochen. Diese Zahl - bislang war von 17 Flügen pro Nacht die Rede - müsse alle fünf Jahre überprüft werden, sagte Schulte am Donnerstagabend in Eschborn. Dort diskutierte der Fraport-Chef auf Einladung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) mit dem Vorsitzenden der Grünen, Tarek Al-Wazir.
Schulte ist zudem der Überzeugung, dass der Ausbau des Flughafens in Folge der derzeitigen Wirtschaftskrise noch wichtiger werde. "Die Krise wird die internationale Arbeitsteilung nicht beenden, sondern beschleunigen", sagte der Fraport-Vorstandsvorsitzende. Der Bedarf an globaler Mobilität, so Schulte, werde weiter steigen, und deshalb sei der Flughafenausbau im Sinne der Menschen in der Rhein-Main-Region.
Al-Wazir entgegnete, zu einer verantwortungsvollen Abwägung gehörten für die Grünen nicht nur die Interessen der Luftverkehrswirtschaft. "Wichtig ist uns auch der Schutz der Menschen vor krank machendem Fluglärm, insbesondere in der Nacht", sagte der Grünen-Chef.
In dem von der VhU initiierten Dialog von Politikern und Wirtschaftsvertretern sprach sich Norbert Walter, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank, für einen starken Staat aus. Dieser müsse die Regeln setzen und sich als Schiedsrichter verstehen.
Weitere Diskutanten der Veranstaltung waren der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer, Ernst & Young-Geschäftsführer Gunther Ruppel, CDU-Landtagsfraktionschef Christean Wagner und Uwe Frankenberger, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Die Frankfurter Rundschau wird in ihrer Samstagsausgabe ausführlich berichten.

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