Immer wieder musste der Termin aus organisatorischen Gründen verschoben werden, jetzt steht er fest: Am Samstag, 13. Juni, ist die Grundsteinlegung für die Hazrat-Fatima-Moschee in Hausen. Die Freude darüber, im Moscheebauprojekt einen Schritt weitergekommen zu sein, ist Ünal Kaymakçis Stimme anzuhören. "Es soll ein feierlicher Tag werden", sagt er.
Grund zur Freude hatte der Generalsekretär des Moscheevereins, der am Fischsteinkreisel ein Gebets- und Gemeindezentrum errichten wird, in den vergangenen zwei Jahren nicht immer. Als im Sommer 2007 die Öffentlichkeit vom Bauvorhaben erfuhr, gab es unter Frankfurter Bürgern massiven Widerstand dagegen. Nach der Baugenehmigung kehrte Ruhe ein - auch wenn die Gegner des islamischen Gemeindezentrums, die sich in einer Bürgerinitiative zusammenschlossen, ihre Meinung nicht geändert haben.
Verlässliche Zahlen über Muslime in Frankfurt gibt es nicht, weil die Religionsgemeinschaft in der Statistik nicht erfasst wird.
Das städtische Amt für Statistik arbeitet daher mit Schätzungen; und demnach leben am Main rund 75.000 Muslime. Bei der Volkszählung von 1987 gaben rund 37.000 Personen an, einer islamischen Religionsgemeinschaft anzugehören.
Mehr als die Hälfte der Muslime in Frankfurt ist türkischstämmig, der Rest setzt sich zusammen unter anderem aus Bewohnern mit marokkanischen, iranischen, afghanischen, pakistanischen und tunesischen Wurzeln.
"Wir möchten den Blick nach vorne richten und wünschen uns ein friedliches Miteinander", sagt Kaymakçi. Daher hat der Moscheeverein auch all jene zur Grundsteinlegung eingeladen, die gegen den Bau waren und andere für den öffentlichen Protest mobilisiert haben. "Wir erhoffen uns einen Neuanfang für den Dialog mit den Kritikern", erklärt der General- sekretär, der hauptberuflich als Anwalt tätig ist. Die Moscheegemeinde rechnet damit, dass an der Grundsteinlegung etwa 400 Gäste teilnehmen werden.
Eingeladen sind Vertreter der Kirchen, der Landes- und Kommunalpolitik und eben auch Menschen aus der Nachbarschaft. Ein Grußwort werden der Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn und der am 14. Juni aus dem Amt scheidende Stadtdekan Raban Tillmann sprechen, so Kaymakçi. Das Gemeindezentrum soll nach bisherigen Plänen in 18 Monaten bezugsfertig sein. Die Baukosten gibt Kaymakçi mit rund drei Millionen Euro an. Etwa 300.000 Euro hat der Moscheeverein an Spenden eingenommen. Der Rest wird über einen Bankkredit finanziert.
Die Hazrat-Fatima-Gemeinde setzt sich aus etwa 300 Familien zusammen, die schiitischen Muslime sind und ihre Wurzeln in der Türkei und Pakistan haben. Mit dem Bau eines großen Gemeindezentrums in moderner Architektur möchte die Gemeinde ihre Verortung in diesem Land zum Ausdruck bringen. Dies nennt Kaymakçi als Grund für die Errichtung eines repräsentativen Gebäudes. Neben Gebetsstätte und Versammlungssaal sind auch Geschäftsräume geplant.
Die Moscheegemeinde hat etliche Pläne für die Nutzung des Zentrums, unter anderem für Jugend- und Seniorenarbeit und interreligiöse Treffen. Es werde ein offenes Haus sein, erklärt Kaymakçi. Dies sei der Anspruch der Gemeinde und sie spiegele sich nicht zuletzt in der Architektur. "Damit möchten wir zum Ausdruck bringen,dass wir Muslime in diesem Land angekommen sind."

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