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Frankfurt: Hirn statt Hysterie

Die Debatte um die geplante Moschee im Stadtteil Hausen verliert an Schärfe.

Vier Stadträte brachte Petra Roth mit in die Brotfabrik.
Vier Stadträte brachte Petra Roth mit in die Brotfabrik.
Foto: FR/Christoph Boeckheler

Wieder waren viele da, wieder fielen auch unfreundliche Worte. Und dennoch verlief die gestrige "Bürgerfragestunde" des Magistrats zur geplanten Moschee der Hazrat Fatima Gemeinde wesentlich gesitteter als die bisherigen Versammlungen.

Das lag auch daran, dass unter den etwa 400 Besuchern in der Hausener Brotfabrik etliche Bürger waren, die keine Probleme mit einer weiteren Moschee am Fischstein-Kreisel haben. Und solche, die konstruktive Vorschläge für das weitere Verfahren machten. Der evangelische Pfarrer der Hausener Gemeinde, Holger Wilhelm, etwa. "Wir sollten uns weiter kennenlernen und dann nochmal reden", sagte er. Das Missverständnis vom vergangenen Wochenende habe die Notwendigkeit dazu gezeigt, als Anwohner Geräusche eines Konzerts in der Kerschensteinerschule als Ruf eines Muezzins missdeuteten.

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Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), die zu der Versammlung eingeladen hatte, sorgte selbst dafür, dass die Stimmung nicht hochkochte: sie sprach einige Bürger direkt an und hielt einem 20-minütigen Vortrag über den "säkularen Staat" und das Planungsrecht, das auch bei Moschee-Bauten entscheidend sei. Betont nüchtern blieben auch die Stadträte Edwin Schwarz (CDU, Planung), Lutz Sikorski (Grüne, Verkehr) und Volker Stein (FDP, Sicherheit). Schwarz berichtete, man habe vom Moschee-Verein 50 Auto-Stellplätze verlangt, obwohl nur 41 erforderlich wären. Die Gemeinde hätte, bei Einhaltung der Vorgaben, "Anspruch auf eine Genehmigung des Bauantrags".

Sikorski räumte ein, dass die Verkehrsbelastung am Hausener Kreisel zu hoch sei und kündigte Umplanungen an. Der Standort der Moschee sei gleichwohl "von Vorteil, weil in der Nähe eine U-Bahnstation liegt". Stein schließlich trug vor, Rücksprachen mit Polizei und Verfassungsschutz hätten "keine sicherheitsrelevanten Gesichtspunkte" zu den Moschee-Betreibern ergeben".

Den Einwand des früheren Sprechers der Bürgerinitiative gegen die Moschee, Horst Weißbarth, Hausen sei ein sozialer Brennpunkt und drohe sich wie Berlin-Kreuzberg zu entwickeln, wies Roth zurück. Der Begriff sozialer Brennpunkt treffe für Hausen nicht zu. Stadtrat Stein ergänzte: "Laut Statistik gehört Hausen zu den sicheren Stadtteilen."

Etwas hitziger wurde die Stimmung erst gegen den Ende der knapp vierstündigen Debatte, als einige Bürger Christenverfolgungen in islamischen Ländern erwähnten. Darauf reagierte Naime Cakir von der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen mit dem Hinweis: "Verleumdung und Hetze führen nicht weiter."

Autor:  CANAN TOPçU UND MARTIN MÜLLER-BIALON
Datum:  7 | 12 | 2007
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