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Frankfurter Zoo: Ankunft der kleinen Tammar-Kängurus

Die zwei Weibchen und das Männchen kommen aus dem Budapester Zoo. Wie alt sie sind, weiß auch Zoodirektor Manfred Niekisch nicht. Aber niedlich sind sie. Von Lia Venn

Die Tammar-Kängeru-Babys sind im Frankfurter Zoo angekommen.
Die Tammar-Kängeru-Babys sind im Frankfurter Zoo angekommen.
Foto: Frankfurter Zoo

Häschen hüpf, heißt es in dem Kinderlied "Häschen in der Grube". Verwirrend, denn hier soll es ja um Kängurus gehen. Aber die Tammars, die nach vier Jahren Abwesenheit wieder den Frankfurter Zoo bereichern, sind recht klein und verfügen über eine gewisse Häschenhaftigkeit. Und - daher die Verbindung - Kängurus hüpfen schließlich. Nur in Frankfurt zurzeit nicht, da bleiben sie lieber noch in der Grube.

"Weil sie noch ein bisschen scheu sind", sagt ein trotz Regen vorbeikommender Pfleger und lugt halb links unter ein Gebüsch im Gehege neben den Takins - mit dem Ergebnis: "Niemand da". Das kann man so nicht sagen: In dem leicht abschüssigen Gehege mit Felsen und wie Gebüsche herumstehenden Wurzelstämmen fliegen Spatzen hin und her, dass es eine piepende Art hat. Und es piept und fliegt ein und aus bei den Tammars, von denen man aber tatsächlich niemanden sieht.

Es ist auch nicht so warm wie in Australien an diesem Apriltag in Frankfurt, da schickt man auch kein Känguru vor die Tür. Obwohl sie das schön selbst entscheiden, gleich zwei Klappen, "Frankfurter System", lassen ihnen die Wahl. Sie wissen schon: Grzimeks Erfindung des selbstbestimmten Innen- oder Außen-Seins der Tiere. Die Tammars haben sich offenbar entschieden. Bis das Wetter wieder etwas besser wird und sich die drei Kerlchen eingewöhnt haben.

Die Tiere kamen damals als Wildfänge nach Ungarn

Die zwei Weibchen und das Männchen kommen aus Budapest, wo sie sechs Jahre wohnten. Im Zoo. Wie alt sie sind, weiß man nach Angaben von Zoodirektor Manfred Niekisch indes nicht. "Die Tiere kamen damals als Wildfänge nach Ungarn." Aber sie seien im besten "Tammar-Alter", sie können bis zu 15 Jahre alt werden. "Ursprünglich stammen diese Tiere aus einer Population auf Kuwau Island, Neuseeland", sagt Niekisch. Die Population gehe auf Tiere zurück, die um 1870 ausgesetzt wurden. "Heute gelten die niedlichen Tiere dort als Landplage." Gemein!

Tammars sind typische Bewohner des australischen Kontinents und einiger vorgelagerter Inseln, wo sie im Busch und in der Halbwüste - von Gräsern - leben. Die Männchen wiegen um die neun Kilogramm und werden bis zu 68 Zentimeter - nun ja - groß. Die Weibchen pendeln sich um die sieben Kilo ein und werden nicht größer als 44 Zentimeter - dafür sind sie ab neun Monaten geschlechtsreif und die späten Herren erst mit zwei Jahren.

Die Tierkartei des Frankfurter Zoos verzeichnet schon 1941 zwei Tammars. Jahrzehnte später gelang es 1994 nach langem Papierkrieg, drei weitere Tiere vom Zoo in Adelaide zu bekommen - samt blindem Passagier: eingetroffen im Beutel der Mama.

2005 mussten die bis dahin noch übrigen zwei Tammars abgegeben werden, sie wohnten auf dem Gelände des heutigen Borgori-Waldes. Nun hüpfen sie aber - hoffentlich bald - wieder im Frankfurter Zoo.

Autor:  LIA VENN
Datum:  29 | 4 | 2009
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