Leicht hatte sie es selten mit ihrem Glauben. Nicht, weil sie eine Muslimin ist. Sondern, weil sie eine Muslimin unter Muslimen - und doch anders ist. Weil sie nicht in die Moschee geht, weil sie nicht an Ramadan fastet, weil sie sich nicht zum Lebensziel gesetzt hat, nach Mekka zu pilgern.
"Ich bin Alevitin", erklärt Hatice den Unterschied. Und bei den Aleviten gebe es weder Zwang noch Essensvorschriften, vielmehr basiert der Glaube auf der Entscheidungs- und Glaubensfreiheit des Menschen. Doch eben deshalb wird die 18-Jährige aus dem Gallus mitunter nicht als Muslimin akzeptiert. "Früher habe ich mich in der Schule manchmal gefühlt, als ob auch ich gezwungen wäre, so zu handeln wie die anderen Muslime."
Inzwischen weiß es die Schülerin besser. "Jeder sollte jeder seinen Glauben so ausleben dürfen, wie er möchte", fordert Sie. Schließlich beinhalte der Islam den Glauben daran, "dass wir alle Gottes Kinder" sind.
"Niemand hat das Recht, seine Religion auf eine höhere Ebene zu stellen", sagt sie. Und fühlt sich deshalb so wohl in Deutschland, wo so viele unterschiedliche Kulturen und Religionen nebeneinander existieren können. Für eine weitere Moschee in Hausen sieht sie dennoch keinen Grund. "Schließlich ist dies ein christliches Land; meiner Meinung nach gibt's genug Moscheen."
Und es spricht sicher auch ein wenig die Alevitin aus ihr, wenn sie sagt, dass "die Menschen doch bitte einfach nach Hause gehen und dort beten" sollen, falls die Gotteshäuser tatsächlich einmal überfüllt sein sollten. Schließlich trage ein Moslem das Haus Gottes (auch) in seinem Innern. Und überhaupt, fragt sie provokant: "Wenn die Erde einmal bebt und die Moschee zusammenkracht, ist dann etwa auch das Haus Gottes eingekracht?" küt

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