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Homburger führt Bundestagsfraktion: Streitlustige Frontfrau der FDP

In einer Sitzung votierten am Montag in Berlin mehr als 93 Prozent der Abgeordneten für die 44-Jährige. Sie tritt in dieser Funktion die Nachfolge von Parteichef Guido Westerwelle an. Von Steffen Hebestreit

Berlin. Birgit Homburger glüht. Die 44-Jährige ist vor wenigen Minuten mit einem schmeichelhaften Ergebnis von 93,25 Prozent zur Nachfolgerin von Guido Westerwelle an die Spitze der FDP-Fraktion gewählt worden. Der größten Fraktion, die die FDP jemals in den Bundestag entsandt hat, wie sie anschließend stolz den Journalisten erzählt.

Wobei sie natürlich nicht das Wort "schmeichelhaft" verwendet. Nein, intensiv hat die ehrgeizige Konstanzerin die vergangenen Tage genutzt, um dieses "schöne Ergebnis" zustande zu bringen.

Viel telefoniert hat sie mit ihren Fraktionskollegen, von denen sie dem einen oder anderen in den vergangenen Jahren mit ihrer ebenso streitlustigen wie durchsetzungsstarken Art auf die Füße getreten ist. Sie hat neue Seilschaften geknüpft, alte aufgefrischt, hat über die Postenvergabe verhandelt, hat ihre Positionen abgesteckt. Denn: "Birgit Homburger kann Mehrheiten organisieren", heißt es bewundernd in der FDP über die neue Chefin. Auch in eigener Sache.

Zuletzt koordinierte Homburger als Vorsitzende des starken Landesverbandes Baden-Württemberg auch die Position der FDP-Länder im Bundesrat. Während der Koalitionsverhandlungen galt sie als ministerwürdig.

Nun als steht die zweite starke Frau der FDP mit einem sehr guten Ergebnis an der Spitze der Fraktion. Mit 44 Jahren hat sie bald die Hälfte ihres Lebens im Bundestag verbracht, wurde erstmals 1990 ins Parlament gewählt. Die verheiratete, aber kinderlose Katholikin gehört zu den wenigen FDP-Abgeordneten, die noch die wohligen Regierungsjahre unter Hans-Dietrich Genscher erlebten, bevor sie elf Jahre lang in der Opposition verbringen musste.

Zunächst hat sich Homburgerin in der Umweltpolitik engagiert. Zuletzt stellte sie sich breiter auf und erwarb sie einen Ruf als streitbare Verteidigungspolitikerin und Fraktions-Vize.

Westerwelle würdigt seine Nachfolgerin an der Fraktionsspitze nun als "wichtige Stütze" für eine Partei mit Regierungsverantwortung. "Da kann ich mich auf Birgit Homburger verlassen, da kann sich die neue Bundesregierung auf Birgit Homburger verlassen", sagt der designierte Außenminister noch. Schließlich kenne man sich schon seit 20 Jahren. Vor laufenden Kameras gibt es noch ein Küsschen links, ein Küsschen rechts, dann überlässt er Homburger die Bühne.

Autor:  Steffen Hebestreit
Datum:  26 | 10 | 2009
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