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Interview mit Direktor Kauffels: Drei neue Elefanten für den Opel-Zoo

Opel-Zoo-Direktor Thomas Kauffels hat Großes vor: Seine Herde mit Afrikanischen Elefanten will er von drei auf sechs aufstocken. Bis dahin braucht der Zoo aber erst mal viel Geld für ein neues Gehege.

Herr Kauffels, Sie haben die Eintrittspreise für den Opel-Zoo erhöht. Warum?

Der Opel-Zoo wird nicht vom Staat subventioniert. Und er hat hohe Kosten. Die Anhebung ist gering. Die Erwachsenen zahlen einen Sonderbeitrag von einem Euro für den Bau des neuen Elefantenhauses.

Zur Person

Thomas Kauffels (50) leitet seit 1995 den Opel-Zoo. Er hält unter anderem drei Elefanten. Neue Rüsseltiere darf er aber nur anschaffen, wenn zuvor ein modernerer Stall gebaut wurde.

Die Eintrittspreise wurden leicht erhöht. Kinder zahlen jetzt 6,50 Euro, Erwachsene 10,50.

Informationen: www.opel-zoo.de

Das planen Sie ja seit Jahren. Wann kann es denn losgehen?

Im Februar werden wir das Modell vorstellen. Im Jahr 2011 soll das Elefantenhaus fertig sein.

Kann man mit Ein-Euro-Beiträgen Beiträgen einen Elefantenstall finanzieren? Er wird ja wohl mehr als zehn Millionen Euro kosten.

Wir legen schon länger einen gewissen Anteil der Eintrittsgelder zurück. Natürlich werden wir den Bau allein nicht stemmen können. Näheres will ich aber noch nicht sagen.

Warum brauchen Sie überhaupt ein neues Elefantenhaus? Seit dem Tod des Bullen Ali vor fünf Jahren haben seine drei Witwen doch mehr Platz im Stall.

Das Elefantenhaus stammt aus dem Jahr 1958 und entspricht nicht mehr den Regeln der modernen Tierhaltung. Aruba, Zimba und Wankee haben zusammen nur 75 Quadratmeter. Dabei hat so ein Tier sieben Tonnen Gewicht und vier Meter Höhe. Das kann man nicht in einer Gartenlaube unterbringen. Die stehen jetzt 17 Stunden am Tag im Stall.

Wie haben die Tiere denn die Kältewelle überstanden?

Gut. Wenn die nicht nass werden, sind ein paar Stunden draußen kein Problem. Sie gehen auch gerne in den Schnee.

Die drei Damen sind 25 bis 30 Jahre alt. Jetzt haben Sie drei junge Elefanten bestellt. Wann werden die kommen?

Sie sind nicht auf den Tag genau nach Kronberg bestellt. Die Tiere sind im Jahr 2006 geboren und verlassen normalerweise mit fünf Jahren ihre Familienverbände. Für 2011 habe ich sie mir reserviert.

Zimba, Aruba und Wankee leben schon an die 20 Jahre in Kronberg. Werden sie den Neuzugang so einfach akzeptieren?

Die Alten sind sowieso körperlich die Chefinnen. Elefanten sind soziale Tiere. Die Jungen werden sich unterordnen. Und es gibt für alle genug Auslauf. Das Elefantengehege in Kronberg ist mit 4000 Quadratmetern schon seit 1958 das zweitgrößte in Deutschland.

Wie kommt man überhaupt an neue Elefanten?

Der Europäische Zooverband hat ein Zuchtprogramm für afrikanische Elefanten. Der Koordinator plant die Elefantengruppen. Bei diesen langlebigen Tieren muss man verantwortungsbewusst mit ihren umgehen. Die kann man nicht jedes Jahr woanders unterbringen.

Sie holen einen jungen Bullen aus dem Wuppertaler Zoo und zwei Weibchen aus dem Tierpark im Osten Berlins - dem drittgrößten Zoo der Welt. Bringen die Zoos genug Nachwuchs hervor, um den Bestand zu erhalten?

Inzwischen schon. Bis vor zehn Jahren hat man nur wenige Bullen in den Zoos gehalten, weil die als zu gefährlich galten. Jetzt gibt es mehr geschlechtsreife Bullen - und auch mehr Jungtiere.

Die europäischen Zoos brauchen also gar keinen Nachschub aus der afrikanischen Savanne?

In den letzten fünf Jahren sind acht Tiere in die europäischen Zoos gekommen. Die Afrikaner müssen überzählige Tiere in den Nationalparks leider erschießen.

Wie teuer kommt Sie der Kauf eines lebenden Elefanten?

Das ist für die Zoos keine Frage. Ins Geld geht eher der Transport.

Interview: Klaus Nissen

Datum:  23 | 1 | 2009
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