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Interview mit Donald Trump: Der letzte Tycoon

"Meine Geschäfte laufen gut"

Mr. Trump, Ihr neuestes Buch mit gesammelten Business-Ratschlägen hat den schönen Titel "Think like a champion". Hat uns nicht genau diese Art der amerikanischen Verblendung, diese Obsession für Siegertypen, in die Finanzkrise gestürzt?

Das würde ich nicht sagen. Die Verantwortung dafür trägt eine doch überschaubare Gruppe von Menschen, die uns mit ihrer Habgier in diese Krise gestürzt hat. Es ist also keineswegs so, dass uns das Verhalten der großen Mehrheit in Schwierigkeiten gebracht hätte.

Einige Top-Manager des maroden US-Versicherungsriesen AIG fanden kürzlich zunächst nichts dabei, Millionen US-Dollar Boni-Zahlungen einzustreichen, kurz nachdem US-Regierung und Notenbank das Unternehmen mit Finanzspritzen vor dem Kollaps bewahrt hatten. Wie beurteilen Sie das Verhalten von AIG-Chef Edward Liddy, der zeitweise das Gesicht dieser neuen Form von Maßlosigkeit war?

Edward Liddy ist das alles über den Kopf gewachsen, so wie es vielen Bankern auch über den Kopf gewachsen ist. Ich weiß auch nicht, warum man Bankern noch 30, 40 oder 50 Millionen US-Dollar auszahlt, nachdem sie gerade mehr Geld verloren haben als irgendjemand zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Was unterscheidet Immobilien-Unternehmer von Bankern? Könnte man sagen, dass Leute wie Sie der Welt wenigstens noch Gebäude hinterlassen, während uns Banker gar nichts hinterlassen?

Ich respektiere Banker, weil sie es Leuten wie mir ermöglichen, fantastische Pläne zu verwirklichen: Sei es die West Side in Manhattan, den Trump Tower oder viele meiner anderen Bau-Projekte. Die besten Banker arbeiten ja oft in den mittelgroßen und kleinen Banken. Und wenn wir es uns genau ansehen, können wir feststellen, dass gerade diese Banken zurzeit keine Probleme haben. Weil sie sich eben nicht auf diese aberwitzigen Transaktionen eingelassen haben.

Stimmt es, dass Sie mit dem geständigen Milliardenbetrüger Bernie Madoff persönlich bekannt sind? Es heißt, er hätte Ihren Country Club in Palm Beach besucht.

Ich habe Madoff einige Male in meinem Mar-a-Lago-Club getroffen. Er liebt das Golfspielen. Ich sah ihn auch häufiger in meinem Golfclub. Einmal sagte er mir: "Warum beteiligst du dich nicht an meinen Investitionen?" Ich antwortete ihm im Spaß: "Nein danke, ich kann mein Geld allein verlieren."

US-Ermittler wollen jetzt das Vermögen von Madoffs Frau Ruth einfrieren. Was, glauben Sie, wird mit ihr geschehen?

Man sollte seine Frau ins Gefängnis stecken, wie ihn auch. Ich glaube, dass Ruth Madoff schuldig ist, dass seine Söhne schuldig sind, und ich glaube auch, dass viele Mitarbeiter seiner Firma schuldig sind. Er hatte 16.000 Kunden, und jetzt soll er es ganz allein gewesen sein? Wie soll er das gemacht haben - hat er jeden einzelnen der Umschläge selbst verschickt?

Reden wir über die Immobilienbranche. Wie laufen die Geschäft derzeit?

Meine Geschäfte laufen gut. Denn der Großteil meiner Aufträge war bereits abgeschlossen, bevor die Depression einsetzte, wie ich den gegenwärtigen Zustand der Wirtschaft liebevoll nenne.

Und was ist mit dem neuen Trump Tower in Chicago, Ihrem Wolkenkratzer, in dem sich Hotel- und Privat-Wohnungen befinden? Berichten zufolge sollen sich die Apartments schlecht verkaufen.

In Chicago läuft alles gut. Am Ende wird sich der Trump Tower für alle Beteiligten als schönes Geschäft herausstellen. Wir haben dort bereits Wohneinheiten im Wert von 500 Millionen Dollar verkauft. Der Tower wird bald ausgebucht sein.

Sind Sie überhaupt dazu in der Lage, Probleme im Immobiliengeschäft wahrzunehmen? Oder widerspricht das Ihrer Natur?

Es widerspricht immer meiner Natur, Probleme wahrzunehmen, es sei denn, die Probleme existieren tatsächlich.

Haben Sie sich je gefragt, ob der protzige Materialismus, den Sie zur Schau tragen, inzwischen unpassend sein könnte?

Großartige Apartments und Häuser, all die Dinge, die wir mit extremem Luxus verbinden, werden nie aus der Mode sein. Danach sehnen sich die Menschen. Und das ist auch gut so, denn diese Sehnsucht treibt die Leute zu harter Arbeit an, weil sie diesen Lebensstil unbedingt erreichen wollen.

Die Holdinggesellschaft Trump Entertainment, bei der Sie im Aufsichtsrat sitzen, besitzt und managt Casinos und Hotels in Atlantic City. Im vergangenen Monat musste sie Konkurs anmelden.

Ich habe angeboten, die Firma zu kaufen. Sie haben abgelehnt. Ich manage diese Firma nicht. Die Vorgänge dort haben keinen Einfluss auf mein Eigenkapital.

Mr. Trump, Sie haben mit Ihrer dritten Frau Melania ein kleines Kind...

Er heißt Barron und ist fast drei Jahre alt.

Ich habe kürzlich etwas über eine Studie gelesen, die besagt, dass Kinder von älteren Männern niedrigere IQs haben...

Jesus, ich kann nur hoffen, dass das nicht stimmt.

Wie hoch ist Ihr IQ?

Sehr hoch. Höher geht's nicht.

(Interview: Deborah Solomon)

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Datum:  20 | 4 | 2009
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