Schon von Weitem lockt das "Goldman 25hours" in leuchtender Farbe. Hotel-Besitzer Ardi Goldman rauscht atemlos eigens mit dem Motorroller aus der City an, "weil man ja im Moment nicht dem Auto durch die Staus in der Stadt kommt". Doch der Termin an der Hanauer Landstraße ist dem Investor sehr wichtig: Die "Eastside Frankfurt" feiert sich - und sie hat auch allen Grund dazu.
Wer die verkehrsumtoste Hanauer entlanggeht - 50.000 Fahrzeuge am Tag - kann die Veränderungen sehen. Da glänzt der 75 Meter hohe, grundsanierte "Lighttower" am Osthafenplatz - in drei Wochen zieht hier die Agentur Burson Marsteller ein, ins Erdgeschoss kommt die edle "Wiesmann Automanufaktur". Auch BMW legt letzte Hand an seine neue große Niederlassung - Ende Mai ist Eröffnung auf dem Areal Hanauer 255.
Das riesige ehemalige Raab-Karcher-Gelände (Hanauer 150) wird sich bald füllen: "Eine intelligente, hochwertige Bebauung" kündigt der Sprecher der heutigen Eigentümer, Matthias Leitgeb, an. Audi will hier "einen weltweit neuen Baukörper" für seine Autosalons als Prototyp bauen, nebenan entsteht auf 3000 Quadratmeter ein Center der Fitness Company. Citroen lässt sich gerade auf dem Areal Hanauer 411 nieder - auch hier steht die Premiere im Mai an.
Beim Cappuccino im "Wohnzimmer" des Hotel Goldman kommen die Repräsentanten von "Eastside" aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Elf Investoren hatten sich im November 2003 zu dieser Interessengemeinschaft zusammengeschlossen - jetzt präsentieren sie ihr neues Magazin "Eastside": 110 Seiten mit den Restaurants, Hotels, Clubs, Galerien, Unternehmen, Projekten der Hanauer. Weltweit soll es unter demMotto "Alles ist möglich" werben, bei den internationalen Immobilienmessen Mipim in Cannes und Expo Real in München etwa.
Die Unternehmer sind stolz auf Rekorde: Mit "34 Marken in 22 Häusern" ist die Hanauer jetzt "die markenstärkste Auto-Straße Deutschlands" - der Jahresumsatz hat 2007 eine Milliarde Euro erreicht, nicht weniger als 50.000 Autos sind hier verkauft worden.
"Eastside"-Sprecher Ralph Haerth berichtet, dass zugleich der Leerstand in den Büros und Häusern entlang der Straße auf 15 Prozent gesunken ist. 5500 Menschen finden hier Arbeitsplätze, 1450 Unternehmen sind gemeldet, viele kleine Werbeagenturen und Internet-Firmen darunter. Und jetzt warten sie an der Hanauer auf die Europäische Zentralbank.
2012 zieht sie auf das Gelände der früheren Großmarkthalle an der nahen Sonnemannstraße. "Ein nationales Heiligtum" nennt sie Investor Goldman - und verspricht den Menschen im Ostend: "Die Bank wird keine Luxusumwandlung nach sich ziehen - es wird nicht alles mit Gold gepflastert werden."
Für Wohnungen freilich sieht der Immobilienkaufmann auch künftig keine Chance an der Hanauer: "Wohnen kann man an der Oskar-von-Miller-Straße." Dabei verteidigt Goldman Frankfurts ältestes Bordell, das "Sudfass" am nördlichen Mainufer, dass vielen in der Stadt ein Dorn im Auge ist: "Das Sudfass ist kein Bordell, sondern eine Frankfurter Institution - ich sehe keine Veranlassung, das zu verdrängen."

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