Besser miteinander reden als aufeinander schießen": Mit diesen Worten beendete Moderator Günther Nonnenmacher am Dienstagabend die Anhörung zum Thema "Demokratiefähiger Islam - Islamfähige Demokratie" im Römer. Dass es in Punkto Islam vor allem auf das miteinander Reden ankommt, wurde während der zwei Stunden deutlich. Nicht jedem Podiumsgast erteilt aber der Moderator das Wort zum ausführlichen Formulieren.
Der Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Heiner Bielefeldt, kam nicht so richtig zum Zug, kritisierten Teilnehmer nach der Veranstaltung. Am Dienstag ging es weniger ums Diskutieren als darum, Positionen auszuloten. Bielefeldt, Gudrun Krämer (Islamwissenschaftlerin), Abdullah Takim ( Professor für Islamische Religion), der ehemalige Verfassungsrichter Gottfried Mahrenholz und der Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer erörterten das Thema auf "hohem Niveau".
Mehr zum Thema im Spezial zum Moscheenstreit.
Kommen die Konfliktparteien in Hausen, wo im Sommer der Moscheebaustreit ausgebrochen ist, jetzt weiter? Bringt die Veranstaltung die Diskussion um den Islam voran? Stadtverordneter Wolfgang Hübner (BFF) hat da so seine Zweifel. Es sei zwar notwendig, das "Probleme auf Abstraktionsebene zu diskutieren", meint der Kommunalpolitiker; den Hausener Bürgern helfe es aber nicht. In diesem Punkt ist Klaus Oesterling mit Hübner einer Meinung. "Eine interessante Debatte, die Debatte im Stadtteil wird aber anders geführt", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzender im Römer.
Dass sich die Moschee-Gegner von der Debatte "oberhalb des Stammtisches" überzeugen lassen, bezweifelt auch Olaf Cunitz, Fraktionschef der Grünen. Bei der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau werde sich wohl niemand beeinflussen lassen von den Expertenpositionen.
Hiltrud Schröter ist eine von denen, die zum harten Kern der Gegner gehören. Sie hat sich die Expertenmeinungen angehört und so manches einzuwenden. Etwa zu den Erörterungen zum Thema Gleichheit. "Im Islam gilt der Grundsatz Gleichheit nicht", meint Schröter. Die Anhörung müsse fortgesetzt werden - mit Vertretern des Zentralrats der Ex-Muslime. Integrationsdezernent Jean-Claude Diallo fühlt sich von den Ausführungen der Islamwissenschaftlerin Krämer bestätigt. Es gelte, den Muslimen die Möglichkeit zu geben, "den Islam hier so zu leben, dass er für die Gesellschaft keine Gefahr bildet". Der Abend habe wieder einmal gezeigt: "Wir müssen miteinander reden, reden und reden."
Nun gehe es darum, meint Ünal Kaymakçi von der Hazrat-Fatima-Gemeinde, die Positionen aus dem Podium an die Bürger heranzutragen. Dass es falsch ist, Islam grundsätzlich als Gefahr zu sehen und zu pauschalisieren. Muslime müssten daran gemessen werden, wie sie ihre Religion leben. Kaymakçi hat den Plenarsaal im Römer zuversichtlich verlassen. Im Gegensatz zu etlichen Zuhörern ist der Vertreter der Moscheegemeinde, die in Hausen ein Gotteshaus bauen will, der Ansicht, dass die Anhörung nicht wirkungslos bleiben werde. "Wohl nicht für das konkrete Vorhaben, aber für künftige Projekte."

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