Nach der Einstellung des SPD-Parteiordnungsverfahrens gegen Thilo Sarrazin fordern die Jungsozialisten eine formale Distanzierung des SPD-Vorstands von dem ehemaligen Berliner Finanzsenator. „Wer wie Thilo Sarrazin rassistische Thesen verbreitet, hat in einer Sozialdemokratischen Partei nichts zu suchen“, heißt es in dem Aufruf „Kein Platz für Rassismus!“, der der Frankfurter Rundschau vorliegt. Für Rassismus, Antisemitismus und Sozialdarwinismus dürfe die SPD keine Plattform bieten.
Das Papier werde bei der nächsten Sitzung des SPD-Vorstands am 9. Mai als Antrag eingebracht, sagte der Juso-Bundesvorsitzende Sascha Vogt der FR. An der Basis der SPD-Nachwuchsorganisation sei die Verärgerung über die gütliche Einigung mit Sarrazin vor dem Schiedsgericht riesengroß: „Die sind richtig sauer.“ Zugleich kritisierte Vogt den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel: „Sonst sagt er gerne zu jedem Thema seine Meinung. Jetzt hält er sich vornehm zurück.“
Die Resolution fordert auch eine stärkere Berücksichtigung von Migranten bei der Besetzung von Parteiämtern. Die SPD müsse „Chancengleichheit und Teilhabe in der Partei selbst“ herstellen: „Dies bedeutet, dass sich die gesellschaftliche Vielfalt endlich auch auf allen Ebenen der Partei und der Parlamentsfraktion widerspiegelt.“ (doe)