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Kohlekraftwerk Mainz/Wiesbaden: Gegner fordern Tod des "Kohlemonsters"

Koma, Kekowi und Grüne sind sich einig: Nach dem vorläufigen Baustopp muss jetzt das endgültige Aus für das Mainzer Kohlekraftwerk folgen. Von Torsten Weigelt

Kampf gegen die Dinosauriertechnik.
Kampf gegen die "Dinosauriertechnik".
Foto: FR/Surrey

Koma, Kekowi und Grüne sind sich einig: Nach dem vorläufigen Baustopp für das Mainzer Kohlekraftwerk fordern die Gegner jetzt das endgültige Aus für das Millardenprojekt.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) hatten am Montag bekanntgegeben, den Bau der Anlage wegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung erst einmal auszusetzen. Das Projekt solle aber später realisiert werden.

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"Auf Eis legen" ist nur der erste Schritt, "Ad acta legen" ist die einzig logische Konsequenz", verlangt die Bürgerinitiative "Kein Kohlestrom Wiesbaden" (Kekowi) am Dienstag in Wiesbaden in einer Mitteilung. Die KMW wollen das mehr als eine Milliarde Euro teure Kraftwerk auf der Rhein-Halbinsel Ingelheimer Aue zwischen Mainz und Wiesbaden bauen.

Der Vorsitzende des Bündnisses für eine kohlekraftwerksfreie Region, Marc Legg, appelliert an die Verantwortlichen, "nun mit aller Kraft an dem Plan B zu arbeiten, anstatt weitere Energie und Geld in das ökologisch und ökonomisch sinnlose Projekt zu stecken".

"Wir brauchen weder heute noch in der Zukunft ein neues Kohlekraftwerk in Rheinland-Pfalz", betont die frisch gewählte Bundestagsabgeordnete der Grünen, Tabea Rößner. "Das haben auch die Banken erkannt, die nicht länger in ökonomisch riskante und ökologisch unsinnige Projekte investieren." Und ihr neuer Fraktionschef Jürgen Trittin lobt: "Mainz reiht sich ein in die Reihe der Städte wie Bielefeld, Ensdorf, Krefeld oder Datteln, die in den letzten Jahren erfolgreich den Bau neuer Kohlekraftwerke verhindert haben."

"Die SPD hat die Rechnung dafür bekommen, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkant hat und stattdessen am Kohlemonster festgehalten hat", kommentiert Grünen-Landesvorstandssprecher Daniel Köbler den Baustopp-Beschluss. "Jetzt muss Ministerpräsident Beck Führung zeigen und sich endlich für einen umfassenden Ausbau der Erneuerbaren in Rheinland-Pfalz stark machen."

Die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) hatte angekündigt, der Kampf gegen das Kohlekraftwerk gehe weiter, bis die Kohlepläne endgültig beendet seien. Auch der Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will "weiterhin alle geplanten juristischen Schritte gehen, solange die KMW ihren Genehmigungsantrag nicht zurückgezogen hat". (mit dpa)

Autor:  Torsten Weigelt
Datum:  29 | 9 | 2009
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