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Kommentar: Brücke ins Nichts

Die Ungewissheit, ob und wie das geplante Quartier der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Osten gebaut wird, muss die Politiker im Römer aufrütteln. Von Claus-Jürgen Göpfert

Claus-Jürgen Göpfert ist Lokalredakteur der Frankfurter Rundschau.
Claus-Jürgen Göpfert ist Lokalredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Die Ungewissheit, ob und wie das geplante Quartier der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Osten gebaut wird, muss die Politiker im Römer aufrütteln. Es ist höchste Zeit, die städtischen Pläne für das neue Verkehrsnetz rund um das EZB-Grundstück in Frage zu stellen.

Da ist vor allem die neue Straßenbrücke über den Main, die im nächsten Jahr begonnen werden soll. Ihre Sinnfälligkeit ist nicht bewiesen. Gewiss: Das Bauwerk erschlösse nicht allein das EZB-Quartier, sondern auch das wachsende Dienstleistungsviertel entlang der Hanauer Landstraße.

Es ist aber ein falscher Weg, dem Individualverkehr immer neue Flächen zu eröffnen. Gerade Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Grüne) müsste wissen, dass neue Straßen immer neuen Verkehr anziehen. An der Hanauer lässt sich das jetzt schon gut ablesen: Die neu eröffnete Ferdinand-Happ- und die Lindleystraße, die beide parallel verlaufen, füllen sich langsam mit Verkehr.

Das Deutschherrnufer und der Kaiserleikreisel, auf die die neue Straßenbrücke münden soll, sind heute schon überlastet. Ach ja: Das neue EZB-Quartier, wenn es denn kommt, läge zwischen der S-Bahn-Station Ostendstraße und der U-Bahn-Station Ostbahnhof.

Autor:  CLAUS-JÜRGEN GÖPFERT
Datum:  28 | 6 | 2008
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