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Kommentar: Chaotische Schulpolitik

Mit ihrem Spar-Brief hat sich die Wiesbadener Schuldezernentin keinen Gefallen getan und sich selbst demontiert. Von Michael Grabenströer

Michael Grabenströer ist Redakteur der FR in Wiesbaden.
Michael Grabenströer ist Redakteur der FR in Wiesbaden.
Foto: FR/Oeser

Da hat sich die Wiesbadener Schuldezernentin keinen Gefallen getan und sich selbst demontiert. Kürzungen an Schulbudgets und Streichungen verkündete sie ihren Schulleitern als "alternativlos" mit schlichtem Sorry. In einem Brief, den sie rechtzeitig zu Beginn der Weihnachtsferien an die Schulleiter verschickte, verfügte sie die Streichungen ex kathedra.

Das war stillos im Umgang mit den Schulen, die von ihrer Dezernentin im höchsten Grade verunsichert sind. Das war unbedacht, unüberlegt, aber nicht "alternativlos". Und nun steht sie im Schneematsch - alleingelassen von der schwarz-grün-gelben Koalition. Die Wiesbadener Schulpolitik befindet sich in einem Wirrwarr. Eine Dezernentin, die Kürzungen als "alternativlos" verkündet, die nachher sang- und klanglos zurückgenommen werden. Ein Haushaltsplan, der von der Dezernentin falsch interpretiert wird und eine Jamaika-Koalition, die ihre Dezernentin öffentlich zurückpfeifen muss, weil das, was sie verkündete, eben nicht der Beschlusslage entsprach.

Der Ruf der Schuldezernentin ist ramponiert. Über ihre Motivation diesen Brief zu verschicken, schwieg sie. Da muss es gravierende Kommunikationsprobleme in der Stadtspitze geben. Solche Schulpolitik ist nicht alternativlos, sondern unkoordiniert, führungslos, desorientiert. Da muss es doch (politische) Alternativen geben.

Autor:  Michael Grabenströer
Datum:  30 | 1 | 2010
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