Das Wahldebakel von Kirdorf, als sich Amtsinhaberin Urslua Jungherr gegen ihren parteiinternen Herausforderer Alfred Etzrodt durchsetzte, hat der CDU-Spitze offensichtlich nicht gereicht. Es scheint, als warte sie sehnsüchtig auf ihre nächste Schlappe bei der Stichwahl am kommenden Sonntag. Anders lässt sich nicht erklären, warum CDU-Chef Thorsten Bartsch die eigene Kandidatin sechs Tage vor dem alles entscheidenden Wahlgang fleißig weiter demontiert.
Er sagt, er stehe hinter ihr. Doch mit seiner These, die OB-Wahl sei eine Richtungsentscheidung und keine Personenwahl, stellt Bartsch der Amtsinhaberin eher ein Bein als ihr aufzuhelfen. Schließlich stehen am Sonntag nicht zwei Parteien zur Wahl, sondern zwei Politiker. Wenn Bartsch und die CDU nun sagen, bei einer Direktwahl komme es auf die Person nicht an, disqualifizieren sie damit Jungherr. Denn bei Lichte betrachtet bedeutet dies ja vor allem eins: Der Herausforderer Michael Korwisi (Grüne) ist von der Persönlichkeit her der bessere OB - nur hat er halt dummerweise das falsche Parteibuch. Die Wähler sollten davor freilich keine Angst haben. Ein Blick nach Oberursel zeigte - zumindest bis zum dortigen Wahlkampfauftakt - dass ein SPD-Bürgermeister und eine CDU-Mehrheit ein gutes Team bilden können. Eine Prise Oberuseler Mainstream täte auch Bad Homburg gut. Denn die Bürger haben von Grabenkämpfen und Machtspielen offenkundig genug.
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