Es gibt seriöse Schätzungen, wonach jeder dritte, der gerne Lehrer werden möchte, in diesem Beruf falsch ist. Wer Kinder nicht ausstehen kann, Wert legt auf reichlich Freizeit, ein vermeintlich leichtes Studium sucht und die Sicherheit des Beamtentums zum Berufsziel macht, hat im Klassenzimmer nichts verloren.
Der Staat ist verpflichtet, solch ungeeignete Anwärter vom Schuldienst fern zu halten. Er hat dazu die Mittel. Schließlich gibt es Staatsexamen, und wenn diese Prüfungen ernst gemeint sind, darf sie nicht jeder (siehe oben) bestehen. Besser freilich wäre es, den Lehramtsstudenten viel früher zu sagen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Eingangstests, frühe Praktika und eine intensive Begleitung der jungen Studierenden inklusive Zwischenprüfung könnten viele Fehlläufer stoppen.
Völlig inakzeptabel ist es, vermeintlich oder tatsächlich schlechte Pädagogen still und heimlich aufs Abstellgleis zu stellen. Jeder hat ein Recht darauf zu erfahren, warum er keine Stelle bekommen soll. Alles andere ist kafkaesk und rechtsstaatlich mehr als bedenklich. Schwarze Listen darf es nicht geben - wen man nicht als Lehrer will, dem muss man es ins Gesicht sagen.

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