Da stand ja nicht nur Freude über einen großen Sieg in den Gesichtern. Da war ja viel mehr: stille Einkehr, Erleichterung, fassungsloses Glück. Wie bei Menschen, die einen Flugzeugabsturz überlebt haben. Als stünde da vorne ein neuer Messias.
Übertrieben? Wie man's nimmt. Zuletzt hatten Menschen, die nicht mal im Urlaub Kirchen betreten, für Obama gebetet. Das Vokabular nüchterner Zeitgenossen tendierte zunehmend ins Biblische. Hoffnung, Umkehr, Wandel.
Politik wurde Glaubensfrage. Und als der hagere Mann, der das alles schultern soll, dann gewonnen hatte, jubelten sie nicht nur in Chicago und New York, sondern auch in Kenia, Indonesien, Kanada. Durch Berlin, wo schon vor Monaten 200.000 zu ihm aufgeblickt hatten, rollten Autokorsos, als seien wir schon wieder Weltmeister. Oder wenigstens Papst.
Gefühliger war ein politischer Anfang selten. Er war es deshalb, weil er das Ende einer achtjährigen Plage markiert, mit ihrerseits biblischen Ausmaßen. Vielleicht wird das im Rückblick das große Verdienst von W. Bush: Eine Nation, viele Nationen in Ablehnung geeint zu haben.