Der Entwurf eines transparenten Kraftwerks ist absurd. Die Grafik dazu sieht aus wie die Technokraten-Version eines Walt Disney Märchens. Disney hat aus einem Krankheiten übertragenden Müllfresser einen Kinderhelden gezaubert. Die KMW macht aus einem 4,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßenden Technologie-Dinosaurier eine ästhetisch anmutende Fortschrittselfe.
Absurdes entsteht, wenn Grundsätzliches nicht stimmt. In diesem Fall ist es die Genehmigung, welche die Behörde SGD Süd erteilt hat. SGD-Präsident Hans-Jürgen Seimetz hat den Bau durchgepaukt. Im Stile eines Parteisoldaten hat der Sozialdemokrat Seimetz alles übersehen, was dem von seinen Mainzer Genossen gewollten Projekt im Wege steht. Nach gängigem Recht müssen sich neue Gebäude in die Umgebung einpassen. Bei einem Kühlhaus, das 25 Meter höher als der Dom ist, kann davon keine Rede sein.
Alles zum Bau des Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue in einem FR-Spezial
Bedauernd hat Seimetz in der Presseerklärung von den "nicht wegzudiskutierenden Gebäudegrößen" geschrieben. Hätte er durch Gespräche allein das Problem erledigen können, hätte der Sozialdemokrat Seimetz seinen Genossen auch noch den Gefallen getan. Stattdessen hat er den Gestaltungs-Wettbewerb bewirkt. Was da dann als Ergebnis raus gekommen ist, ist nicht mehr als Wegdiskutieren in grafischer Form.

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