Der Streit um den Philosophenweg entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Eigentlich sollte der öffentliche Weg durch den Opel-Zoo Anfang August geschlossen werden. Doch der Streit zwischen Kronberg und der Nachbarstadt Königstein hat das nun verhindert.
Um juristischen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, hat sich Kronberg entschieden, die Schließung des Wegs um ein ganzes Jahr auf den 1. August 2009 zu verschieben.
"Wir wollen im Einvernehmen mit Königstein eine Lösung suchen", sagt Kronbergs Bürgermeister Wilhelm Kreß (SPD). Gleichzeitig gesteht er ein: "Wir befinden uns in einer Sackgasse." Denn auch eine Mediation unter Leitung des Regierungspräsidenten Gerold Dieke hatte keinen Erfolg: Das Königsteiner Parlament lehnte den Vorschlag ab.
Er hatte vorgesehen, dass zunächst einmal jeder, der den Zoo über den Philosophenweg betritt, Eintritt bezahlen muss. Wer ihn allerdings nach 30 Minuten wieder verlässt, würde sein Geld zurückerhalten.
"Die Vorauszahlung war der große Stein des Anstoßes", sagt Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm (CDU). Sein Ziel: "Jeder, der nur den Weg nutzen will, sollte das kostenlos tun können."Er hat nun von seinen Stadtverordneten den Auftrag erhalten, nachzuverhandeln. Doch das dürfte noch eine Weile dauern. "Erst sollte sich der aufgewirbelte Staub legen", so Helm.
Gefahr für die Tiere
Der Philosophenweg führt als öffentlicher Pfad mitten durch den Zoo. Dadurch können Spaziergänger einen Teil des Tierparks betrachten, ohne Eintritt zu bezahlen. Immer wieder haben Randalierer diesen freien Zugang missbraucht, vor allem nachts. Flaschen wurden ins Gehege geworfen; ein Flusspferd starb sogar an einem verschluckten Tennisball.
Deshalb hatten Kronberg und Opel-Zoo ausgehandelt, dass der Weg an den Zoo verpachtet wird. Die Kronberger Bürger sollten als Ausgleich freien Eintritt erhalten. "Das könnte schon seit zwei Jahren der Fall sein", sagt Wilhelm Kreß.
Im Weg steht allerdings ein gemeinsamer Bebauungsplan von Kronberg und Königstein für das Opel-Zoo-Areal. Beide Städte haben sich darauf verständigt, dass vor einer Schließung des Wegs erst der Plan geändert werden muss.

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