Es sind nur gefühlte 333 Meter mehr an Strecke, wie der Präsident des Mainzer Carneval-Verein (MCV), Richard Wagner, meint. Doch in Mainz beschäftigen diese die Gemüter: Der Rosenmontagszug weicht in diesem Jahr erstmals von seiner alten Strecke ab.
Bisher zog der närrische Lindwurm einmal um die Christuskirche herum und ging von dort über die Bauhofstraße in die Große Bleiche. Stattdessen ziehen die 9500 Teilnehmer dieses Jahr an der Kirche vorbei in die Peter-Altmeier-Allee und dann von dort in die Große Bleiche.
Donnerstag, 19. Februar: Um 11.11 Uhr startet am Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz die Weiberfastnachts-Party.
Freitag, 20. Februar: Übertragung der Fernseh-Sitzung "Mainz bleibt Mainz" auf eine Großleinwand auf der Ludwigsstraße (Lu, 19.11 Uhr) Ab Mitternacht Party.
Samstag, 21. Februar: Jugendmaskenzug ab 14.11 Uhr von der Neustadt über die Lu in die Altstadt.
Sonntag, 22. Februar: Parade der närrischen Garden (11.11 Uhr). 13.11 Uhr Konzert von Thomas Neger am Fastnachtsbrunnen. Bis 22.30 Uhr Programm von RPR 1.
Montag, 23. Februar: Rosenmontagszug ab 11.11 Uhr. Bis 23 Uhr gibt es Discos am Fastnachtsbrunnen, vorm Fort Malakoff und am Höfchen.
Dienstag, 24. Februar. Kappenfahrt durch die Altstadt ab 15.11 Uhr. Ab 20.11 Uhr wird auf der Lu die Kampagne verabschiedet.
Für die neue Strecke sprechen im wesentlichen zwei Elemente, teilte Zugmarschall Ady Schmelz mit. Zum einen komme der Zug so am Mainzer Schloss vorbei. Der MCV wolle das historische Gebäude stärker in den bundesweiten Fokus stellen.
Zum anderen werde der Fastnachtsdienstag so für die Mitglieder der Christusgemeinde angenehmer: Die Schleife entfällt und das werde die Männer davon abhalten, sich in der Grünanlage der Christuskirche zu erleichtern.
Kasteler müssen früher aufstehen
Doch die geänderte Strecke gefällt nicht jedem. In den Sitzungen wird derzeit von der Bütt aus gemotzt, die Vertreter der Garden beschweren sich: Am Schloss, gegenüber vom Rhein werde sich das Publikum nicht konzentrieren sondern verlaufen. Entsprechend schlecht werde die Stimmung sein.
Für die Narren in Kastel und Kostheim bedeutet die neue Strecke: Wenn sie zum Zug wollen, müssen sie früher aufstehen. Denn um 9 Uhr sperrt die Mainzer Polizei die Theodor-Heuss-Brücke für Autos, um 10 Uhr für Busse. Anlass dafür ist eine veränderte Zugstrecke. Statt wie bisher durch die Bauhofstraße gelangen die 9500 Teilnehmer über die Peter-Altmeier-Allee in die Große Bleiche.
Für die Zugteilnehmer ändere sich kaum etwas, meint MCV-Präsident Richard Wagner. Sie müssten sich ohnehin schon vor 9 Uhr in der Mainzer Neustadt aufstellen, wo der Zug um 11.11 Uhr startet. Die Besucher hätten die Chance, auch zu Fuß oder mit dem Auto über eine der beiden anderen Brücken zu kommen. "Am besten ist es ohnehin, mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Zug zu fahren."
Wagner lässt offen, ob der Zug im nächsten Jahr dann wieder die Strecke am Schloss entlang nimmt. Wenn die Zweifler recht behielten, die dort eine schlechtere Stimmung vermuten, könnte der MCV wieder die alte Route einschlagen, meint Wagner. Im Schnitt verfolgen über 500.000 Zuschauer das närrische Treiben in Mainz.
Aber selbst wenn sich die Veränderung bewehrt: Ein Gesprächsthema wird sie noch in zehn Jahren sein. Dafür sind Mainzer Fastnachter zu konservativ. 1995 hat Schmelz beschlossen, den Zug nicht mehr durch die zu enge Augustinergasse gehen zu lassen. Jeder Sicherheits-Kundige applaudiert ihm dazu. Trotzdem setzen Traditionalisten immer noch Petitionen auf, dass der Zug in die Gasse zurückkehrt .

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