Die Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität hat den NPD-Funktionär Mario Matthes exmatrikuliert. Das hat die Hochschule schriftlich mitgeteilt. Matthes hatte einen antifaschistischen Studenten auf dem Campus bespuckt und mit Tritten schwer verletzt. Dafür hat ihn das Mainzer Amtsgericht im Dezember zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Mario Matthes ist als stellvertretender Landesvorsitzender einer der führenden Funktionäre der rechtsextremen NPD in Hessen.
Die Universität wirft Matthes zum Ende des laufenden Semesters raus. Ein halbes Jahr lang darf er sich nicht mehr einschreiben, sagte der Leiter des Exmatrikulationsausschusses, Rolf Höfel. Zwei Jahre wären möglich gewesen. Laut Höfel hätte es aber "erheblich schlimmere Vorfälle" geben können.
Durch sein Verhalten habe Matthes das Ansehen der Universität und den Frieden des Hauses nachhaltig gestört, so der Uni-Präsident Georg Krausch. Aus diesem Anlass hatte sich die Hochschulleitung im August an den Exmatrikulationsausschuss gewandt. In diesem sitzen auch externe Juristen. Nach Urteil des Ausschusses ist die Sanktionierung von Matthes durch den Paragraphen 69 des Hochschulgesetzes gedeckt. Laut Höfel entschied der Ausschuss einstimmig.
Roland Schäfer vom Bündnis "Nazifreie Uni" hätte sich eine längere Sperrung von Matthes gewünscht. "Das Urteil ist nur ein Teilerfolg." Das "Bündnis Mainzer Studierender" hatte die Exmatrikulation von Matthes gefordert. Seit 2006, seit der NPD-Kader in Mainz Geschichte und Philosophie studiert, seien Plakate auf dem Campus aufgetaucht, die den Holocaust leugnen.
Das Wiesbadener Bildungswerk Anna Seghers schätzt Matthes als den führenden NPD-Kader der hessischen Landeshauptstadt ein: "Nachdem er sich in Rheinland-Pfalz nicht durchsetzen konnte, ist er nach Hessen gewechselt, wo er sich mehr Einfluss versprochen hat", sagt Seghers-Mitarbeiter Florian Bak. In Wiesbaden habe Matthes vornehmlich Mitglieder im Wehrdienst-Alter rekrutiert, die er mit Aufmärschen und Störaktionen an sich binde.

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