Bei einer solchen Genehmigung, darauf weist Marc Gellert ausdrücklich hin, gehe es nicht um ästhetische Gesichtspunkte eines neuen Bauwerks. Auch politische Motive spielten in solchen Verfahren keine Rolle. Allein bautechnische Fragen seien für eine Baugenehmigung ausschlaggebend.
Und so, setzt der Sprecher von Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) am Dienstag im Gespräch mit der FR hinzu, habe die Behörde dem Verein der Hazrat-Fatima-Moschee jetzt eine entsprechende Erlaubnis übermittelt, damit ein weiteres Gebetshaus entstehen kann.
Allerdings, darauf besteht Gellert, sei die Genehmigung für einen Neubau am Industriehof an Auflagen gebunden: Der Bauherr müsse die Statik prüfen lassen und für die Entwässerung des Grundstücks sorgen. Anforderungen dieser Art seien aber nicht ungewöhnlich. Schließlich wolle man einem zügigen Baubeginn nicht im Wege stehen. An welchem Zeitplan sich dann der Bauherr selbst orientiere, bleibe diesem selbst überlassen, die Genehmigung gelte für drei Jahre.
Der Bauherr vermittelte am Dienstag nicht den Eindruck, mit dem Beginn der Arbeiten zögern zu wollen. Ünal Kaymakçi vom Verein der Hazrat-Fatima-Moschee kündigte an, keine Zeit verstreichen lassen zu wollen und mit dem Abriss der Gebäude auf dem Areal im Frankfurter Stadtteil Hausen möglichst schon bald anfangen zu wollen.
Die Baugenehmigung wertete Rechtsanwalt Kaymakçi als Beweis dafür, dass "die Muslime über unsere Gemeinde hinaus einen Platz in dieser Stadtgesellschaft haben".
Erbitterter Streit
Dieser Eindruck ließ sich in den zum Teil verbittert geführten Streitigkeit um das Vorhaben des Vereins der Hazrat-Fatima-Moschee im vergangenen Jahr nicht immer gewinnen. Parlamentarier des zuständigen Ortsbeirats 7 hatten sich dafür eingesetzt, das Projekt unbedingt zu stoppen. Einen weiteren Moscheebau könne dieser Stadtteil keinesfalls verkraften, hatten sie behauptet.
Rechtsextreme und Populisten wie die Freien Bürger hatten versucht, den Streit für ihre Belange zu instrumentalisieren. Bei einer Demonstration der rechtsradikalen NPD hatten sich Demokraten, unter ihnen auch Oberbürgermeisterin Petra Roth, gegen eine Vereinnahmung der Debatte ausgesprochen.
In diesem Zusammenhang gehe es allein um Religionsfreiheit und Toleranz, auf die Frankfurt aus guten Gründen stets stolz gewesen sei. Vertreter der anderen Kirchen in Frankfurt traten dafür ein, den Muslimen den Bau eines weiteren Gebetshauses zuzugestehen. In einer Bürgerversammlung vor Ort bemühte sich die Stadtregierung schließlich, die emotional aufgeladene Debatte zu entspannen.

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