Den größten Teil des Abends hat er geschwiegen, der Integrationsdezernent. Dass Jean Claude Diallo auf der Veranstaltung zum geplanten Moscheebau in Hausen nicht viel sagte, wird wieder einmal gegen ihn gedeutet. Dem Stadtrat wiederum ist bewusst, dass er sich mit seiner Zurückhaltung keine Freunde gemacht hat.
Zurückgehalten hat er sich aber bewusst und nicht ohne Grund: "Ich habe schon alles gesagt, was es zu dem Thema zu sagen gibt. Und ich habe mich bereits ganz am Anfang der Debatte positioniert." Er habe eine Position, die der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau nicht passe. Daher sei er zur Zielscheibe erklärt worden, meint Diallo, der Psychologe von Beruf ist. Dass die BI zu jeder Gelegenheit seine Qualifikationen als Integrationsdezernent in Frage stelle, scheint der 62-Jährige gelassen aufzunehmen. "Es gibt Menschen - auch unter den Einheimischen - die lassen sich einfach nicht integrieren", so Diallo.
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Den Dezernenten freut es, dass die Stadtregierung die Position vertritt, die er selbst von Anfang geäußert hat: Gegen den Standort der Moschee ist nichts einzuwenden, und von dieser Gemeinde geht keine Gefahr aus.
Dass er nun auch wegen seiner Rede zur Verleihung des Integrationspreises angegriffen wird, kann der ehrenamtliche Stadtrat nicht verstehen. "Man darf nicht Wasser predigen und heimlich Wein trinken", nicht anderes habe er mit dem Hinweis auf das Grundgesetz und die Rechtsordnung gemeint. "Wer mir was anderes in den Mund legt, hat jeden Bezug zur Realität verloren."
OB Roth steht hinter Diallo
Die Ansicht des Dezernenten scheint auch die Oberbürgermeisterin zu teilen. Sie hatte ihn nach dem Tod von Albrecht Magen zu Beginn dieses Jahres ins Amt berufen. In einem Brief an den Stadtverordneten Wolfgang Hübner (BFF), der Diallos Absetzung fordert, hat Petra Roth deutlich gemacht, dass sie und der Magistrat hinter dem Integrationsdezernenten stehen. Hübners Interpretation, dass Diallo in seiner Rede zum Verfassungsbruch aufgefordert habe, sei "in keiner Weise nachvollziebar und deshalb haltlos", erklärte Peter Heine, Büroleiter der Oberbürgermeisterin. Diallo habe auf die unstimmige Argumentation hinzuweisen, nämlich Rechtstreue einzufordern, ohne sich selbst daran zu halten.

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