kalaydo.de Anzeigen

Moscheestreit: Schweigen ist Gold

Beim Moscheestreit hält sich Integrationsdezernent Diallo jetzt bewusst zurück - der Diskurs geht in die zweite Runde.

Integrationsdezernent Jean Claude Diallo.
Integrationsdezernent Jean Claude Diallo.
Foto: fr/oeser

Den größten Teil des Abends hat er geschwiegen, der Integrationsdezernent. Dass Jean Claude Diallo auf der Veranstaltung zum geplanten Moscheebau in Hausen nicht viel sagte, wird wieder einmal gegen ihn gedeutet. Dem Stadtrat wiederum ist bewusst, dass er sich mit seiner Zurückhaltung keine Freunde gemacht hat.

Zurückgehalten hat er sich aber bewusst und nicht ohne Grund: "Ich habe schon alles gesagt, was es zu dem Thema zu sagen gibt. Und ich habe mich bereits ganz am Anfang der Debatte positioniert." Er habe eine Position, die der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau nicht passe. Daher sei er zur Zielscheibe erklärt worden, meint Diallo, der Psychologe von Beruf ist. Dass die BI zu jeder Gelegenheit seine Qualifikationen als Integrationsdezernent in Frage stelle, scheint der 62-Jährige gelassen aufzunehmen. "Es gibt Menschen - auch unter den Einheimischen - die lassen sich einfach nicht integrieren", so Diallo.

FR-Spezial

Hintergründe, Bilder und Multimedia-Beiträge zum Moscheestreit.

Den Dezernenten freut es, dass die Stadtregierung die Position vertritt, die er selbst von Anfang geäußert hat: Gegen den Standort der Moschee ist nichts einzuwenden, und von dieser Gemeinde geht keine Gefahr aus.

Dass er nun auch wegen seiner Rede zur Verleihung des Integrationspreises angegriffen wird, kann der ehrenamtliche Stadtrat nicht verstehen. "Man darf nicht Wasser predigen und heimlich Wein trinken", nicht anderes habe er mit dem Hinweis auf das Grundgesetz und die Rechtsordnung gemeint. "Wer mir was anderes in den Mund legt, hat jeden Bezug zur Realität verloren."

OB Roth steht hinter Diallo

Die Ansicht des Dezernenten scheint auch die Oberbürgermeisterin zu teilen. Sie hatte ihn nach dem Tod von Albrecht Magen zu Beginn dieses Jahres ins Amt berufen. In einem Brief an den Stadtverordneten Wolfgang Hübner (BFF), der Diallos Absetzung fordert, hat Petra Roth deutlich gemacht, dass sie und der Magistrat hinter dem Integrationsdezernenten stehen. Hübners Interpretation, dass Diallo in seiner Rede zum Verfassungsbruch aufgefordert habe, sei "in keiner Weise nachvollziebar und deshalb haltlos", erklärte Peter Heine, Büroleiter der Oberbürgermeisterin. Diallo habe auf die unstimmige Argumentation hinzuweisen, nämlich Rechtstreue einzufordern, ohne sich selbst daran zu halten.

Autor:  CANAN TOPçU
Datum:  8 | 12 | 2007
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 

Staumelder

Staumelder 13 Staus mit einer Gesamtlänge von 59km
Zu den Staumeldungen
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Eintracht Frankfurt
Im März 2010 war Bastian Oczipka von Bayer zum FC St. Pauli ausgeliehen.
Linksverteidiger 
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
        

In seinen Hochzeiten auch Eintracht-Kapitän: Chris.
Eintracht Frankfurt 
Eintracht Frankfurt zieht Bilanz 

Frankfurter Rundschau im Abo