Im Rückblick bekommen die Zeilen von Konstantin Wecker einen prophetischen Klang: "Dieser Stadt schwillt schon der Bauch / und ich bin zum großen Knall bereit." Doch im Jahr 1977 blieb sein Lied einer kleinen Öffentlichkeit vorbehalten. "Genug ist nicht genug", Weckers Pamphlet gegen die satte Stadtgesellschaft wird im Terrorjahr vor allem von linksalternativen Musikfreunden goutiert, die im Konzert die sarkastische Refrainzeile mitgrölten: "Es herrscht wieder Frieden im Land!"
Die Massen singen dagegen Abbas "Money, money, money" oder die sonnige "Sunny"-Version von Boney M. - die meistverkauften Singles des Jahres. Noch mehr sinnfreies Geschunkel bietet das Duo "Baccara", eine Kostprobe dessen, was später als "Eurotrash" durch die Charts brummt: "Yes Sir, I Can Boogie", säuselten die folkloristisch aufgetakelten Damen. Studiotechnik und Halleffekte machten es möglich, talentfreie Gestalten wie diese in die Hitlisten zu bringen.
Dagegen - und gegen den Bombastrock jener Tage - wütet in England eine junge Bewegung, die sofort Wellen bis nach Deutschland schlägt. Das ätzend-aggressive Album "Never Mind the Bollocks" der Sex Pistols brachte tatsächlich den "großen Knall", von dem Wecker flehentlich gesungen hat. Fünf Jahre lang fliegen die Fetzen in der Musik-Industrie - bis auch die Punks sich in den Charts eingerichtet haben. two