Die Kerndezernate in der Stadtverwaltung Personalwesen, Kämmerei und Stadtplanung will der frisch gekürte Oberbürgermeister Michael Korwisi vom 18. September an gern selbst übernehmen. Er könne nicht alles machen, sagte er in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Aber in diesen Ressorts könne er noch am meisten lenken und die Richtung der Stadtpolitik in größerem Ausmaß vorgeben.
Er sei nun mal von seinen Interessen her kein ausgesprochener Sozial- und Kulturpolitiker. Diese Ressorts betreut die derzeitige Amtsinhaberin ebenfalls schwerpunktmäßig.
Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) könnte demzufolge seine Zuständigkeiten behalten. Korwisi möchte gern, dass nun zügig ein Bürgermeister gewählt wird: "Die Situation war in den letzten sechs Jahren noch nie so günstig wie jetzt, dafür tatsächlich auch eine Mehrheit zu bekommen." Ob die CDU einen eigenen Kandidaten auch durchbringen werde, sei zwar immer noch nicht gewiss. Aber man könne sich als Geste der Zusammenarbeit auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen.
Korwisi will die Dezernatsverteilung bis zu den Sommerferien festzurren, damit das Parlament eine Ausschreibung bedarfsgenau auf die fehlenden Dezernate zuspitzen kann. Bislang waren diese Texte eher allgemein gehalten. Was zu Verwerfungen kam, als der bereits gewählte parteilose Stadtplaner Müller das Planungsressort nicht bekam und seinen Dienst erst gar nicht antrat.
Den noch drei Tage vor seiner Wahl von der CDU/FDP-Mehrheit beschlossenen Anbau an die Albin-Göhring-Halle hält Korwisi für keine gute Lösung. Er will dem Stadtparlament nochmals eine bessere Alternative vorlegen, zumal der alte Beschluss für einen kompletten Neubau noch nicht aufgehoben sei.
Ausblick auf heiße Zeiten
Nach dem 18.September, dem Tag seines Amtsantritts, will sich Korwisi intensiv dem Bahnhof widmen, "weil das Gebäude wirklich eine Schande für unsere Stadt ist". Zudem soll ein Flughafenbus die direkte Verbindung der Kurstadt zum Flughafen zügig sichern. Auch die von ihm versprochene Straßensanierung soll mit großer Priorität umgesetzt werden.
Bis zu seinem Amtsantritt will er viele Gespräche mit Menschen aus der Aktionsgemeinschaft, den Sportvereinen, sozialen und kulturellen Institutionen führen, "um zu schauen, wo der Schuh drückt und wo die Stadt helfen oder Hilfe entgegennehmen kann". Außerdem will er noch einmal verreisen. Wenn er auf dem Oberbürgermeistersessel sitzt, wird das wohl nicht mehr so intensiv gehen, zumindest nicht in den ersten Monaten. "Das wird sicher eine heiße Zeit werden", schätzt er.

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