Zwei Stunden lang haben die Frachtarbeiter der Lufthansa Cargo am Montag die Arbeit ruhen lassen. Mit einer außerordentlichen Betriebsversammlung protestierten die Beschäftigten gegen das drohende Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Viele Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze.
Die Beschäftigten hätten das Gefühl, zwischen die Mühlsteine von Politik und Justiz geraten zu sein, sagte Betriebsratschef Willi Rörig vor rund 1000 Mitarbeitern am Flughafen. Das Trauerspiel beim Streit um Ausbau und Nachtflugverbot müsse beendet werden. "Das Geschäftsmodell von Lufthansa Cargo wäre sonst infrage gestellt", sagte Rörig.
Lufthansa Cargo verfügt über eine Flotte von 19 Frachtmaschinen. Zudem nutzt das Unternehmen die Flugzeuge der Konzernmutter: Fast die Hälfte der Güter transportiert die Cargo-Tochter im Bauch von Passagierflugzeugen. Der Betrieb der Frachtmaschinen indes ließe sich ohne Nachtflüge nicht aufrechterhalten, erklärt Lufthansa.
Die Konzern-Mutter stellte gestern erneut klar, sie werde alle juristischen Möglichkeiten gegen ein komplettes Nachtflugverbot ausschöpfen. Die Fluggesellschaft will Nichtzulassungsbeschwerde einreichen. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber fordert "eine vernünftige Anzahl von Flügen" zwischen 23 Uhr und 5 Uhr.
Ein absolutes Nachtflugverbot wäre für Lufthansa Cargo existenzbedrohend und würde den gesamten Logistikstandort Frankfurt schwächen, sagte Mayrhuber. Mehr als 7000 Arbeitsplätze wären betroffen. Lufthansa Cargo beschäftigt 4500 Mitarbeiter in Deutschland - etwa 2250 davon in Frankfurt.
Nach dem Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel darf der Flughafen zwar um eine neue Landebahn erweitert werden. Strittig ist aber, ob und wie oft nachts geflogen werden darf. Heute beraten die Fraktionen des Landtags über eine mögliche Revision.

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