Mehr Wolkenkratzer für Frankfurt: 22 neue Hochhäuser an 15 verschiedenen Standorten sieht der neue Hochhausentwicklungsplan für Frankfurt vor. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) stellte das Konzept am Freitag öffentlich vor. Es sei in der schwarz-grünen Koalition "abgestimmt", aber weder vom Magistrat noch vom Stadtparlament beschlossen, sagte Schwarz.
Die Vorlage aus dem Planungsdezernat umfasst auch lange politisch umstrittene Wolkenkratzer wie das Campanile-Hochhaus, das einst auf dem bewachten Parkplatz an der Südseite des Hauptbahnhofes 100 Meter in die Luft wachsen und unterirdisch einen neuen Busbahnhof beherbergen soll. Die Höhe des Hauses nennt Schwarz einen "Kompromiss" mit dem Grünen Koalitionspartner. Ihm wäre ein 180 Meter hohes Gebäude lieber gewesen, denn so wäre einem potenziellen Investor auch leichter zu vermitteln gewesen, dass er einen neuen Busbahnhof bauen soll.
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Viel diskutiert worden sei auch der Hotelbau auf dem Molenkopf im Osthafen. Der Hochhausrahmenplan sieht dort jetzt ein maximal 60 Meter hohes Haus vor. Zum Vergleich: Der auf der Südseite des Mains gelegene, backsteinverkleidete runde Hochhausturm des Lindner Main Plaza Hotels misst stolze 90 Meter. Schwarz berichtete, er habe am Donnerstag einen Investor empfangen, der ernsthaft interessiert sei, ein Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel auf der Mole direkt gegenüber der geplanten Europäischen Zentralbank in der alten Großmarkthalle zu bauen.
Die oppositionelle FDP-Fraktion im Römer kommentierte den soeben vorgestellten Plan noch während die Pressekonferenz lief. "Eine vernünftige Grundlage"nannte Brigitte Reifschneider-Groß das Werk. Die planungspolitische Sprecherin der FDP hätte sich aber "für das ein oder andere Detail durchaus einen mutigeren Vorschlag gewünscht". Beispielsweise beim Campanile am Hauptbahnhof, den die Freidemokraten sich durchaus "deutlich" höher hätten vorstellen können.
Werbung für die Vielfalt
Damit man Frankfurt nicht allein mit Hochhäusern und Banken in Verbindung bringt, will Wirtschaftsdezernent Boris Rhein bis Ende des Jahres eine Werbekampagne auflegen. Damit solle das Image der Stadt verbessert werden, sagte der CDU-Politiker bei der Präsentation der Jahresbilanz der städtischen Wirtschaftsförderung. Orientieren wolle er sich bei der Kampagne an der Imagewerbung, die Baden-Württemberg mit dem Slogan: "Wir können alles - außer Deutsch" aufgelegt hatte. Diesen Maßstab wähle er nicht wegen der Originalität des Mottos, sondern "wegen der Guerilla-Strategie" der Werber aus dem Südwesten: Sie hatten ihre Kampagne weit über die Grenzen des eigenen Landes hinaus mit guter Resonanz verbreitet.
"Ich will eine gute Stimmung, wenn von Frankfurt die Rede ist", sagte Rhein, der noch vor einem halben Jahr alles andere als begeistert darüber war, das Ordnungsressort abzugeben und das Wirtschaftsdezernat zu übernehmen. Auch wenn sich das nach den Verstimmungen im Verhältnis zu Oberbürgermeisterin Petra Roth heute vielleicht ironisch anhöre, habe ihm aus heutiger Sicht kaum besseres passieren können, hob der Stadtrat hervor. Schließlich habe sich die Stadtregierung bis heute nicht von dem Schock des 11. Januar erholt: Damals gab die Deutsche Börse mit Sitz im Stadtteil Hausen bekannt, künftig nach Eschborn abwandern zu wollen, um kräftig Gewerbesteuer zu sparen. Auch deswegen müsse für den Standort etwas unternommen werden. Und wenn man schon wirbt, "muss man klotzen, oder es doch besser lassen".

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