Darmstadt. Nach dem gescheiterten Bürgerentscheid gegen die Nordostumgehung in Darmstadt fordert die Wirtschaft einen zügigen Bau der Entlastungsstraße. "Für die Stadt wie für das Umland ist es wichtig, dass jetzt nicht das "Aus" kommt", sagte der Sprecher der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar, Thomas Klein, am Montag.
Bei der Abstimmung am Sonntag war das notwendige Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten - 26.078 Stimmen - nicht zusammengekommen. Für die Gültigkeit des Bürgerwillens fehlten am Ende 236 Stimmen. Nun müssen laut Hessischer Gemeindeordnung die Stadtverordneten noch einmal abschließend abstimmen.
Ampel-Koalition soll nun Zeitplan festlegen
Die 2,8 Kilometer lange Entlastungsstraße soll nordöstlich um den Stadtkern vorbei führen und die Innenstadt von allein täglich 2300 Lkw entlasten. Zehntausende von Pendlern sollen ihre Arbeitsplätze besser erreichen können. Die Straße verläuft größtenteils unterirdisch unter Wohngebieten und dem Bürgerpark. Die Kosten werden auf 154 Millionen Euro veranschlagt, den Löwenanteil soll der Bund tragen.
Klein appellierte an die Darmstädter Ampel-Koalition, sich auch angesichts der bevorstehenden Sommerferien umgehend über einen Zeitplan zu verständigen. Ein Termin für eine Stadtverordnetensitzung zur Nordostumgehung stehe noch nicht fest. Für die Koalition könnte die Abstimmung zu einer Belastungsprobe werden, da den Grünen das Projekt ein Dorn im Auge ist. dpa

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