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Nürburgring-Affäre: Vorwürfe gegen Ex-Geschäftsführer Kafitz

Der früheren Geschäftsführer Walter Kafitz soll die Leistungen des Finanzdienstleisters Pinebeck geschönt haben. Das wirft ihm jetzt der Controller der Nürburgring GmbH vor.

Wer wusste was? Ein Untersuchungsausschuss versucht Licht ins Dunkel der Nürburgring-Finanzierung zu bringen.
Wer wusste was? Ein Untersuchungsausschuss versucht Licht ins Dunkel der Nürburgring-Finanzierung zu bringen.
Foto: dpa

Der Controller der Landestochter Nürburgring GmbH hat dem früheren Geschäftsführer Walter Kafitz eine geschönte Darstellung der Leistungen des Finanzdienstleisters Pinebeck vorgeworfen. Es sei immer wieder dargestellt worden, dass Pinebeck Leistungen "in erheblichem Maße" erbringe, die hohe Provisionen rechtfertigten, sagte Michael Nuss-Kaltenborn am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des Mainzer Landtags.

"Das war aber in meinen Augen nicht der Fall", sagte der Controller. Dies habe er auch in Vermerken niedergeschrieben, die dann aber von Kafitz "redigiert" worden seien. "Die wirklich kritischen Vermerke wurden nicht an die Landesregierung und den Aufsichtsrat kommuniziert", sagte Nuss-Kaltenborn.

Der Finanzdienstleister Pinebeck hatte Ende 2008 der Nürburgring GmbH in Aussicht gestellt, die Immobilien der neuen Erlebniswelt am Nürburgring für 170 Millionen Euro zu kaufen und der Nürburgring GmbH einen Vorteil von rund 30 Millionen Euro zu verschaffen. Das Geschäft war im Juli 2009 gescheitert, weil der Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun nicht gedeckte Schecks eines angeblichen US-Investors namens Pierre S. DuPont vorlegte.

Nuss-Kaltenborn sagte, die von Pinebeck in Aussicht gestellten Gewinnerwartungen hätten auf die Nürburgring-Geschäftsführer geradezu "magnetisch" gewirkt. Die Ergebnisse von Pinebeck hätten sich dann aber "diametral zu ihren Finanzierungsbemühungen" entwickelt. Bereits im März 2009 habe er selbst "erhebliche Zweifel" am Erfolg des Finanzierungsmodells in einem Vermerk dargelegt. Er habe aber nicht den Mut gehabt, den damaligen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) selbst zu warnen.

Er habe aber den kaufmännischen Geschäftsführer Hans Lippelt "intensiv darüber informiert", dass die Provisionszahlungen an Pinebeck im Jahr 2009 in Höhe von 300 000 Euro "nur schwer zu rechtfertigen" seien. Trotzdem sei er angewiesen worden, das Geld zu überweisen. Überhaupt habe er keine relevanten Eigenentscheidungen unterhalb der Geschäftsführerebene treffen dürfen, sondern Anweisungen wie Befehle ausführen und dabei auch "Demütigungen" durch Kafitz ertragen müssen.

Datum:  19 | 4 | 2010
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