Washington. Nach seinem Wahlsieg steht Barack Obama vor der Aufgabe, für seinen Einzug ins Weiße Haus nach acht Jahren unter republikanischer Regierung einen neuen Machtapparat aufzubauen.
Obama wollte die nächsten Tagen in seinem Haus in Chicago zubringen und über die nächsten Personalentscheidungen nachdenken. Sein Wahlkampfteam hat ihm vermutlich schon eine Liste möglicher Kandidaten für wichtige Positionen vorgelegt. Doch bislang hat Obama stets betont, er werde sich nicht auf derlei Fragen konzentrieren, bevor er die Wahl gewonnen habe.
Eine der wichtigsten Entscheidungen, die der designierte Präsident bald treffen muss, wird die Berufung seines Stabschefs sein. Diesem kommt eine Schlüsselrolle bei der Klärung der anstehenden Personalfragen in den kommenden zweieinhalb Monaten zu, bis Obama den Amtseid ablegt.
Gute Karten für dieses wichtige Amt hat der Kongressabgeordnete Rahm Emanuel, wie aus Kreisen der Demokratischen Partei verlautete. Emanuel kommt aus Obamas Heimatstaat Illinois. Er arbeitete bereits bei Präsident Bill Clinton im Weißen Haus. Mittlerweile gehört er zur Führungsriege der demokratischen Fraktion im Repräsentantenhaus.
Auf Obama wartet außerdem eine intensive Unterrichtung in sicherheitspolitischen Fragen, die ihn auf seine künftige Aufgabe als Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte vorbereiten soll.
Obama wollte nach Angaben seiner Mitarbeiter am Tag nach seinem Wahlsieg öffentlich nicht groß in Erscheinung treten. Eine für den (heutigen) Mittwoch geplante Pressekonferenz werde wahrscheinlich erst gegen Ende der Woche stattfinden, hieß es.
Zeit für Trauer um Großmutter
Auch wichtige private Termine warten auf den künftigen Präsidenten. So wurde erwartet, dass Obama sich trotz aller Termine etwas Zeit nimmt, seine Oma zu betrauern. Madelyn Payne Dunham war am Sonntag im Alter von 86 Jahren auf Hawaii gestorben. Obama war zeitweise bei seiner Großmutter aufgewachsen und hatte sie als einen der einflussreichsten Menschen in seinem Leben bezeichnet. Es gilt als möglich, dass Obama nach Hawaii fliegt, um an einer privaten Trauerfeier teilzunehmen.
Außerdem muss der designierte Präsident mit seiner Frau Michelle eine Schule für die beiden Töchter Sasha und Malia in Washington aussuchen. Der scheidende Präsident George W. Bush hat Obama bereits zu einem baldigen Besuch ins Weiße Hauses eingeladen und eine reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte zugesagt.
Und dann ist da noch eine Aufgabe: Die siebenjährige Sasha und die zehnjährige Malia bekommen ein Hündchen, wie es ihnen ihr Vater versprochen hat. "Ich liebe euch beide mehr, als ihr euch vorstellen könnt", sagte Obama in einer Rede vor rund 125.000 Anhängern in Chicago. "Und ihr habt euch das neue Hündchen verdient, das mit uns ins neue Weiße Haus einzieht." Auch der amtierende Präsident George W. Bush und seine Frau sowie Amtsvorgänger Bill Clinton hielten im Weißen Haus Hunde, berühmt wurde aber auch Clintons Katze "Socks". (ap)