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Fall Wolski: Pikante Details

Offenbar profitierte auch Karin Wolski stärker von Geschenken, als bisher bekannt. Gegen sie wird nicht ermittelt. Warum ihr Ehemann Michael von den monatlichen Anmeldungen zur Umsatzssteuer befreit wurde, ist weiterhin unklar.

Der Anwalt Michael Wolski steht wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vor Gericht.
Der Anwalt Michael Wolski steht wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vor Gericht.
Foto: FR / Kraus

Die hohe hessische Richterin Karin Wolski hat offenbar mehr Zuwendungen der reichen Immobilien-Unternehmerin Margit C. erhalten als bisher bekannt. Das zeigte sich am Montag im Prozess gegen ihren Ehemann Michael Wolski vor dem Landgericht Darmstadt. Michael Wolski ist dort wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Das Ehepaar hatte jahrelang keine Steuerklärungen abgegeben. Gegen Karin Wolski, die Vizepräsidentin des Verwaltungsgerichts Frankfurt und Richterin am Hessischen Staatsgerichtshof ist, wird nicht ermittelt.

Margit C. hatte den Wolskis im Jahr 2001 ein Mehrfamilienhaus in Neu-Isenburg im Wert von 540.000 Mark bezahlt, wie aus Dokumenten hervorgeht, die im Prozess eingeführt wurden. Michael Wolski hatte angegeben, dass er und seine Frau je zur Hälfte Eigentümer geworden seien.

Das Darmstädter Gericht zog nun die Akten des Grundbuchamts hinzu und fand heraus, dass Karin Wolskis Anteil 75 Prozent betragen habe. Dies habe Wolskis Notar dem Amt 2006 mitgeteilt. Damals war das Amt damit befasst, weil das Haus komplett auf die Richterin übertragen wurde.

In dem Darmstädter Prozess soll nach Angaben des Richters die Frage geklärt werden, ob die Zuwendungen von Margit C. und ihrer Unternehmensgruppe an Michael Wolski Geschenke, Honorare oder Darlehen waren. Staatsanwalt Gerhard Pfeil sagte in einer Verhandlungspause, er sehe Hinweise auf Schenkungen. Auch Zuwendungen, die bei Wolskis Ehefrau angekommen seien, sind nach Ansicht des Staatsanwalts als Geschenke an Michael Wolski aufzufassen. Wenn es sich um Schenkungen handelt, müsste der Angeklagte nach Pfeils Schätzung rund 600.000 Euro weniger an Steuern nachzahlen, als wenn es um Honorare ginge. Doch Wolski hätte mit "Auswirkungen auf das Untreue-Verfahren" zu rechnen, fügte Pfeil hinzu. In Frankfurt läuft ein Verfahren, in dem einer möglichen Untreue von Margit C. zu Lasten ihres Unternehmens unter Beteiligung von Michael Wolski nachgegangen wird.

Richter Buss zitierte am Montag Margit C.s Ehemann, den inzwischen verstorbenen Immobilien-Unternehmer Ignaz C., der in einer polizeilichen Vernehmung gesagt hatte: "Wir machen doch Herrn Wolski keine Geschenke."

Erneut trafen Michael Wolski und der Schwiegersohn von Ignaz und Margit C., Janusz Pomer, im Gerichtssaal aufeinander. Pomer wirft Wolski seit Jahren vor, er habe sich aus Geldgier an Margit C. herangemacht. Wolski griff Pomer seinerseits an. Er hielt ihm Aussagen von Ignaz C. vor, nach denen dieser sich von Pomer bespitzelt und verfolgt fühlte. Pomer wolle "nur mein Geld", habe Ignaz C. gesagt. Die Auseinandersetzung wurde so heftig, dass der Vorsitzende Richter eingriff, weil das Verfahren sonst "fünf Jahre oder länger" dauern könne.

Keine Aufklärung gab es am Montag in der Frage, warum das Finanzamt darauf verzichtete, von Michael Wolski eine monatliche Voranmeldung seiner Umsatzsteuer zu erhalten. "Ich habe so was meiner Erinnerung nach nicht beantragt", sagte Wolski. "Aber es gab eine Entscheidung des Finanzamts." Richter Buss berichtete, es sei bisher "kein Bescheid" der Steuerbehörde aufgetaucht.

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  19 | 1 | 2010
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