kalaydo.de Anzeigen

Kohlekraftwerk: Protest gegen die Deutsche Bank

Dem Anlass entsprechend kommen die Demonstranten im Anzug mit Krawatte. Denn diesmal geht es gegen den Finanzier des geplanten Kohlekraftwerks, die Deutsche Bank. Von Mario Thurnes

Demnächst vielleicht in Ihrer Bankfiliale: Täuschend echtes Werbebanner.
Demnächst vielleicht in Ihrer Bankfiliale: Täuschend echtes Werbebanner.
Foto: M. Thurnes

Banner, Trillerpfeifen und Kostüme bleiben im Schrank. Die Gegner des Kohlekraftwerks demonstrieren im Anzug mit Krawatte. Junge, adrette Leute - man möchte sie für Bank-Azubis halten - gehen auf der Ludwigsstraße auf Passanten zu und "werben" für die Deutsche Bank: "Wir machen mit dem Kohlekraftwerk ein tolles Geschäft. Gut, die Umwelt leidet, aber das ist uns egal. Letztlich zählt nur die Rendite."

Eine ältere Frau geht den Demonstranten auf den Leim. Sie hält dagegen: Das könne die Bank nicht machen, das Kohlekraftwerk würde Mainz verschandeln, das wolle sie nicht. Die Rollen sind vertauscht - die Kohlekraftgegner preisen das Projekt ihrer Abneigung, die Angesprochenen argumentieren dagegen.

Mehr zum Thema

Alles zum geplanten Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue in einem FR-Spezial

Nur der Auftakt

"Der Protest vor den Filialen in Mainz und Wiesbaden ist der Auftakt einer Reihe von Protesten gegen die Deutsche Bank", sagt Elias Perabo, Sprecher der Klima-Allianz. Zu der gehören Naturschutzverbände und Organisationen wie die Verbraucherzentrale sowie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Als Nächstes werde die Allianz am 26. Mai in Frankfurt protestieren - vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank.

Ob es dann nicht zu spät sei und die Finanzierung für das Kohlekraftwerk längst stehe? "Nein, das glauben wir nicht, die Gemengelage ist schwierig", sagt Perabo. Die Gegner hätten einen Finanzexperten beauftragt, die Zahlen des Bauherrn, der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW), zu prüfen. Mit teils zugänglichen, teils zugespielten Daten habe der herausgefunden, dass die KMW sich schwer damit tue, den Bau zu finanzieren.

Im Mai 2008 hätte die KMW ein Konsortium organisiert, das den Bau stemmen sollte. "Doch der ausgehandelte Kredit war dem Unternehmen zu teuer", sagt Perabo. Seit September sei die Deutsche Bank mit dem Projekt beauftragt. Doch angesichts der Weltwirtschaftskrise und der Risiken beim Bau eines Kohlekraftwerks - etwa die Kosten für den Umweltschutz - schaffe es die Deutsche Bank nicht, ein Konsortium zu bilden.

"Unabsehbare finanzielle Schwierigkeiten

Der Sprecher der Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz, Patrick Hassenpflug, kritisiert die KMW und ihre Muttergesellschaft, die Stadtwerke Mainz. "Die KMW riskiert, beide Städte in unabsehbare finanzielle Schwierigkeiten zu treiben."

Die Deutsche Bank äußert sich zu den Angaben der Umweltschützer nicht. Die KMW nennt deren Aktion "unsäglich" und ein "verzweifeltes Stochern im Finanznebel". Gutachter hätten bescheinigt, dass der Bau die Gesundheit der Menschen nicht gefährde. Jetzt versuchten sie es "verzweifelt mit Mutmaßungen und zweifelhaften Methoden zur Wirtschaftlichkeit". Unternehmens-Sprecher Michael Theurer sagt: "Die Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage." Die KMW, so Theurer, habe Ende 2008 die Finanzierung an ein Banken-Konsortium vergeben. Die Gespräche dazu liefen seit Januar 2009 "auf Hochtouren". Die von den Gegnern angemahnten Kosten für den Umweltschutz seien in die Kalkulation eingeflossen: "Auch damit rechnet sich das Projekt."

Autor:  MARIO THURNES
Datum:  28 | 4 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 

Staumelder

Staumelder 13 Staus mit einer Gesamtlänge von 55km
Zu den Staumeldungen
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Eintracht Frankfurt
Im März 2010 war Bastian Oczipka von Bayer zum FC St. Pauli ausgeliehen.
Linksverteidiger 
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
        

In seinen Hochzeiten auch Eintracht-Kapitän: Chris.
Eintracht Frankfurt 
Eintracht Frankfurt zieht Bilanz 

Frankfurter Rundschau im Abo