Wiesbaden (dpa/lhe) - Die hessische CDU-Landesregierung wehrt sich gegen Vorwürfe wegen angeblich mangelnder Patientenversorgung im privatisierten Universitätsklinikum Gießen-Marburg.
Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) warnte SPD, Grüne und Linkspartei am Donnerstag im Wiesbadener Landtag davor, die Gesundheitsversorgung in dem vor zwei Jahren verkauften Klinikum schlechtzureden und zum "Spielball politischer Interessen" zu machen. Patienten bräuchten Vertrauen in die Medizin.
Anlass der von der SPD beantragten Plenardebatte waren Berichte der vergangenen Woche, in denen eine Allgemeinmedizinerin kritisiert hatte, die Universitätsklinik in Marburg habe mehrmals schwer kranke Menschen ohne abschließende Diagnose und Therapie wieder nach Hause geschickt. Als Grund vermutete die Ärztin den hohen Kostendruck seit der Privatisierung. Die Klinikleitung hatte sich gegen die Vorwürfe verwahrt.
Der SPD-Gesundheitspolitiker Thomas Spies warf der Landesregierung am Donnerstag den "Ausverkauf der Hochschulmedizin" vor: "Gesundheit ist keine Ware, wie sie in der Fabrik hergestellt wird, sondern ein öffentliches Gut." Die Grünen lehnten den Verkauf ebenfalls ab, betonten jedoch, sie seien nicht generell gegen Privatisierungen. Die Linken sprachen von "Fließband-Versorgung", die psychische und physische Belastungsgrenze des Klinikpersonals sei erreicht.
Im Februar 2006 hatte die private Rhön Klinikum AG das fusionierte Universitätsklinikum Gießen-Marburg übernommen. CDU und FDP verteidigten dies am Donnerstag: Seit der Privatisierung seien dringend notwendige Investitionen in das Klinikum geflossen.

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