Die Dementi des Rhön-Klinikum-Konzerns sind ein reines Ablenkungsmanöver, sagt die Marburger Hausärztin, die Missstände am Universitätsklinikum Gießen-Marburg angeprangert hat. Nicht das Schicksal einer einzelnen Patientin sei das Problem, sondern "dass von den schon ohnehin knapp bemessenen Fallpauschalen auch noch die Aktionäre bedient werden müssen". Das führe zu einer schlechteren Versorgung, die Behandlungsabläufe fielen häufig unbefriedigend aus.
"Es geht mir nicht um die rechtliche Kategorie Kunstfehler", sondern darum, dass Patienten ordentlich und angemessen behandelt würden. Dass der Rhön- Konzern ihr politische Motive unterstellt, sei absurd. "Mein Anliegen ist es aus Sicht einer Hausärztin das Problem zu schildern welches entsteht, wenn mit kranken Menschen Profit gemacht werden soll."
Verschärft durch die Privatisierung fehle es an Personal, das sich in Ruhe den Patienten widmen kann. Es käme vor, dass Schwerkranke ohne exakte Diagnose, weitere Gesprächangebote oder Therapievorschläge entlassen würden. "Die sprechende Medizin kommt zu kurz."
Die Marburger Hausärztin legt Wert darauf, dass sich ihre Kritik weder gegen die Ärzte noch das Pflegepersonal richtet. "Es geht um Zeit, die es bei Rhön nicht gibt." Und darum, möglichst viel zu verdienen.

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