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Roter Teppich: Ein Fest der Versöhnung

Dirk Niebel überreicht einen Preis an Liam Neeson, Miail Gorbatschow und Leonardo DiCaprio überreichen den Green Film Award, und Oliver Pocher scheitert auf dem Roten Teppich. Von unseren Autoren

Umweltbewegt:  Gorbatschow und DiCaprio.
Umweltbewegt: Gorbatschow und DiCaprio.
Foto: Getty

Selten schien das Motto eines Abends so eindeutig und bedeutete doch viel mehr. Die Gastgeber der neunten Gala "Cinema for Peace" im Konzerthaus am Gendarmenmarkt hatten mit ihrem Motto "Versöhnung" Israel und Palästina, Nordirland sowie Tibet im Sinn.

Und dann hielt Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel von der FDP eine Rede, bei der viele im Saal dachten, dass Niebel seinen Parteivorsitzenden Guido Westerwelle kritisierte. Denn es kamen Sätze wie dieser vor: "Um Frieden zu schaffen, darf man keine gesellschaftliche Gruppe ausgrenzen."

Niebel meinte aber nicht die Empfänger von Hartz IV, sondern Nordirland. Und überreichte dann den Preis in der Kategorie "Versöhnung" an Schauspieler Liam Neeson und Regisseur Oliver Hirschbiegel für ihren Film "Five Minutes of Heaven".

Arg monarchistisch mutete der gemeinsame Einmarsch von Michail Gorbatschow und Leonardo DiCaprio in den Saal an, die den Green Film Award überreichten. Den Preis für besonderes Umweltengagement gaben sie an die US-amerikanische Produktion "Crude". Der Film zeige eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen einer gewaltigen Umweltzerstörung und dem daraus resultierenden Leid für Tausende von Menschen, sagte DiCaprio, der 2009 für sein Umweltengagement ausgezeichnet worden war.

Und Regisseur und Produzent Joe Berlinger freute sich, dass auch ein kleiner Dokumentarfilm über das Schicksal von Eingeborenen international Anerkennung finde: "Ich hoffe, dass dieser Preis dem Film viel mehr Beachtung schenken wird."

Eine Versöhnung war im Laufe des Abends vielleicht auch zwischen Sir Bob Geldof und Schauspielerin Catherine Deneuve fällig. Während er neben ihr auf der Bühne stand, schmachtete der Musiker und Afrika-Aktivist nämlich eine andere Frau im Parkett an: "Mein Date ist heute Heidemarie." Er meinte die Amtsvorgängerin von Dirk Niebel, Heidemarie Wieczorek-Zeul, wie Ex-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ebenfalls zu Gast. Auch an diesem Abend im Konzerthaus konnten Produzent Stefan Arndt und Hauptdarsteller Burghart Klaußner auf dem Weg zum Oscar mal wieder einen Preis für ihren Film "Das weiße Band" mitnehmen, dessen Regisseur Michael Haneke nicht dabei sein konnte.

Unversöhnlich endete indes der gescheiterte Auftritt von Kasperkopf Oliver Pocher: Der wollte den roten Teppich nach den ihm zugestandenen 15 Minuten in seiner Kostümierung als Gesellschaftsreporter nicht wieder verlassen, worauf erst Sicherheitspersonal, dann die örtlichen Polizei einschritt und dem Komiker einen Platzverweis erteilte.

Neben dem Preis für "Crude" vergaben die Friedensaktivisten in Berlin noch weitere Preise: Laura Waters Hinson wurde für ihren Film "As We Forgive" ausgezeichnet. Die Dokumentation sei ein Geschenk, sagte Laudatorin Katja Riemann. Waters Hinson porträtiere eindrucksvoll den Versöhnungsprozess zwischen Überlebenden des Völkermordes in Ruanda 1994. "Der Film erzählt von einen Wandel, er gibt Hoffnung" sagte die Schauspielerin. Zu den weiteren Preisträgern gehörten die Filme "Children of war", "The picture of the Napalm girl" und "Five minutes of heaven".

Die auf der Gala gesammelten Spenden, die vom Eintrittsgeld und einer Auktion kommen, gehen an soziale Projekte und Organisationen. Damit konnten in der Vergangenheit unter anderem mit UNICEF und der Nelson Mandela Foundation Projekte wie "School for Africa" umgesetzt werden. Im vergangenen Jahr wurden 400 000 Euro eingenommen.

(mit dpa, ddp)

Autor:  Andreas Kurtz, Frank Nordhausen und Elmar Schütze
Datum:  16 | 2 | 2010
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