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Schulen in Wiesbaden: Elternbeirat geht auf die Barrikaden

Wiesbadens Eltern nervt das Hin und Her bei den Schulen. Der Stadtelternbeirat verlangt jetzt von Dezernentin Scholz, ihr Sparpaket komplett zurückzunehmen.

Die Johannes-Maaß-Schule soll nun doch saniert werden.
Die Johannes-Maaß-Schule soll nun doch saniert werden.
Foto: FR/Müller

Der Stadtelternbeirat Wiesbaden protestiert "mit aller Schärfe" gegen Kürzungen bei den Schulbudgets. Selbst wenn ein Teil der ursprünglich geplanten Kürzungen durch die Stadt nun offenbar wieder zurückgenommen oder relativiert würden, sei jede Kürzung des ohnehin viel zu knappen Budgets skandalös. "Es bleiben noch immer massive Kürzungsabsichten in beträchtlicher Höhe", sagte der Vorsitzende des Stadtelternbeirates, Horst Hanke, im Gespräch mit der FR.

Zudem seien viele Dinge nicht genau geklärt und sollen in Einzelfällen geprüft und entschieden werden. So könnte später noch ein ganze Menge gestrichen oder Stellen nicht besetzt werden. Dies gefährde den Schulbetrieb. Der Stadtelternbeirat beobachte mit großer Sorge die derzeitige, teilweise recht wirre Diskussion um den Schulhaushalt der Stadt. "Das Maß ist voll." Seit Jahren sähen sich die Eltern schon der Situation ausgesetzt, dass die Mittel im Schulhaushalt nicht mehr für das Nötigste ausreichen.

Um die Ausbildung der eigenen Kinder nicht zu gefährden, sprängen Eltern in immer stärkerem Maße ein und finanzierten oder erledigten Aufgaben, zu denen der Schulträger eigentlich verpflichtet wäre: Sie zahlten immer mehr Kopiergeld, finanzierten Arbeitshefte und Bücher sowie Unterrichtsmaterial, organisierten größere Beschaffungen, sanierten Klassenräume und Schulhöfe in Eigenaktion, organisierten und betreuten Verpflegung und Betreuung der Kinder an der Schule.

Die Stadt setze dies inzwischen wie selbstverständlich voraus und planten das im Budget schon ein. "Die Eltern sind damit doppelt die Dummen. Sie engagieren sich zeitlich wie finanziell, und im gleichen Maße werden die Mittel gekürzt". Es sei Hohn für die Eltern, wenn die Stadt da noch von "freiwilligen Leistungen" spreche.

Die jetzt geplanten Kürzungen, sei es im normalen Budget um zwölf Prozent oder bei den Investitionsmitteln in einem noch unbestimmten Umfang, müssten in diesem System letztlich wieder durch die Eltern kompensiert werden. Hierzu seien sie nun nicht mehr bereit, zumal ja viele sozial schwache Familien ohnehin schon überfordert seien, sagt Hanke. Die vorübergehende Nichtbesetzung von Sekretärinnen- oder Hausmeister-Stellen sei für die Eltern gleichfalls absurd.

Deshalb fordern sie, "sämtliche Kürzungen ohne Ausnahme umgehend zurückzunehmen". Dies soll das Stadtparlament beschließen. Vorher würden die Eltern keine Ruhe geben. Hunke: "Schulen und unsere Kinder scheinen bei den Stadtoberen nicht die höchste Priorität zu genießen, und das muss sich ändern." (rmu)

Datum:  2 | 2 | 2010
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