Ein kleiner Kasten mit Lautsprecher weckt große Hoffnungen. "Fahrgastinformation" steht darauf. "Jetzt", sagt eine Pendlerin am Bahnhof Nieder-Wöllstadt skeptisch, "muss das Ding nur noch funktionieren". 227 Bahnhöfe in Hessen stattet die Deutsche Bahn (DB) bis zum nächsten Jahr dank des Konjunkturprogramms mit diesen "dynamischen Schriftanzeigern" aus. An acht sind sie inzwischen installiert - darunter die Frankfurter Stationen Berkersheim und Frankfurter Berg. Und wann gehen die ersten in Betrieb? Da muss der Bahnsprecher passen.
Informationen über Verspätungen stehen seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Fahrgäste im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Sie benötigen aber noch mehr, um sich auf ihrem Bahnhof, an ihrem S-Bahn-Halt wohlzufühlen: ausreichend Parkplätze etwa oder eine trockene und sichere Wartemöglichkeit.
Wie kundenfreundlich sind die Bahnhöfe im Rhein-Main-Gebiet? Vor fünf Jahren ging die Frankfurter Rundschau mit einer Checkliste erstmals dieser Frage nach. Zeit für eine Neuauflage. Bis zum 21. April nehmen wir 36 Stationen unter die Lupe. Der größte ist der vor wenigen Jahren aufwendig sanierte Frankfurter Hauptbahnhof, der 2005 auf der Rangliste ganz oben stand; zu den kleinsten gehören Schwalbach im Taunus oder Nidderau, die - zusammen mit dem in Frankfurt Höchst - damals das Schlusslicht bildeten.
"Viele relativ neue S-Bahnstationen sind in einem schlechten Bauzustand, bedürfen einer Grundreinigung oder Renovierung." So lautet das Zwischenergebnis der Regionalgruppe vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), die derzeit Haltestellen in Frankfurt unter die Lupe nimmt. Das deckt sich mit der Aussage von Peter Vollmer, Sprecher des RMV. Ob Barrierefreiheit, optischer Zustand, Fahrgastinformation: "Es gibt sehr, sehr viele Stationen mit Defiziten."
Der Verbund hatte vor wenigen Jahren selbst Geld in die Hand genommen, um auf den Bahnsteigen die transparenten Wartehäuschen aufzustellen. Auch unterstütze er Kommunen, die das Umfeld ihrer Station verbessern wollen. "Wichtig ist die Initiative vor Ort." Der Kauf durch die Kommune hingegen sei nicht immer die beste Lösung. Die Verhandlungen gestalten sich erfahrungsgemäß oft extrem zäh.
Bad Homburgs Gebäude etwa gammelte Jahre vor sich hin, bis die Stadt es erwerben konnte. Ein neuer Besitzer kann durchaus für frischen Wind sorgen. Der Frankfurter Südbahnhof ist dafür ein gutes Beispiel. Er gehört der städtischen Saalbau-Gesellschaft.

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