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Solarenergie in Frankfurt: Geldanlage Sonne

Dächer von öffentlichen Gebäuden, vornehmlich Schulen, sollten als Flächen für Photovoltaik-Anlagen von privaten Anlegern dienen. Die Stadt hat 18 weitere Flächen ausgeschrieben. Von Jutta Ochs

Das Sonnenlicht einfangen: Wer eine Solaranlage auf seinem Hausdach installieren lassen möchte, sollte Einkommens- und Umsatzsteuer beachten. Frankfurt bietet 18 neue Fläche, auf denen Solaranlagen installiert werden können.
Das Sonnenlicht "einfangen": Wer eine Solaranlage auf seinem Hausdach installieren lassen möchte, sollte Einkommens- und Umsatzsteuer beachten. Frankfurt bietet 18 neue Fläche, auf denen Solaranlagen installiert werden können.
Foto: dpa

Den Frankfurtern scheint oft genug die Sonne. Ihre Energie in der Stadt besser zu nutzen, war der Wunsch von bewussten Bürgern und Politikern gleichermaßen. Dächer von öffentlichen Gebäuden, vornehmlich Schulen, sollten als Flächen für Photovoltaik-Anlagen von privaten Anlegern dienen. Ohne dass in diesen Fällen Kosten für die Stadt entstehen. Die Idee war gut, lief aber zunächst zäh an. Drei Schuldächer in Hausen, Seckbach und Kalbach dienen bislang allein der Solarkraft.

Das liegt auch daran, dass bei allen Gebäuden zunächst die Tragfähigkeit der Dächer, also ihre Statik, geprüft werden musste. Jetzt legen Hochbauamt, Schul- und Umweltdezernat kräftig nach. 18 Dächer sind gerade für eine Bedeckung mit Solaranlagen ausgeschrieben worden. Und zwar bewusst in kleineren Teilen, sagt Wendelin Friedel, Referent in Umweltdezernat. Gedacht ist nämlich insbesondere an so genannte "Bürgersolaranlagen". Das soll heißen: Eine Reihe von Bürgern kauft Anteile an einer solchen Anlage, profitiert von der Einspeisevergütung und hat so ihr Geld klimafreundlich und auch gewinnbringend angelegt. Organisiert hat eine solche Anlageform in Frankfurt bereits die Marburger Sonnen-Initiative.

Sternenkraft

Bürgersolaranlagen sind Gemeinschaftsanlagen von Menschen, die zusammen Solar-Strom erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen.

Eine Beteiligung bietet eine vergleichsweise sichere Geldanlage mit Ertrag von 4 bis 6 Prozent. Die Umwelt steht aber programmatisch im Vordergrund.

Die Grundvergütung nach dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) beträgt 43,01 Cent pro Kilowatt-Peak (Spitzenleistung). Bei Großanlagen 40,91 Cent. Nach zehn Jahren soll sich die Investition amortisiert haben.

Infos und Kontakt im Internet: www.solarverein-frankfurt.de

Jetzt aber hat sich auch in Frankfurt ein Verein gegründet, der Frankfurter Bürger für eine Investition in die Solaranlagen gewinnen will. Eine der Mitbegründerinnen des "Solarvereins Frankfurt" ist Anita Priller, die auch beruflich mit der Branche zu tun hat. Der Verein habe jetzt schon regen Zulauf. Sein Ziel ist "die Förderung der regenerativen Energien". Die gewinnbringende Geldanlage steht also nicht an vorderster Stelle, sondern das gute Gewissen. Neue Mitglieder sind weiterhin willkommen.

Beschlossen hat der Verein jetzt, sich an den neuen Ausschreibungen der Stadt um die Dächer zu beteiligen. "Ein oder zwei Flächen" möchte der Verein gerne nach dem Prinzip der Bürgersolaranlage von der Stadt pachten.

Datum:  12 | 8 | 2009
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