kalaydo.de Anzeigen

Unikliniken Marburg und Gießen: 250.000 Überstunden

Bis Juni haben sich in den privatisierten Universitätskliniken Gießen und Marburg 250.000 Überstunden angehäuft. Um die Überstundenzahl abzubauen, müssten mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Von Gesa Coordes

Die privaten Kliniken in Gießen und Marburg stehen in der Kritik.
Die privaten Kliniken in Gießen und Marburg stehen in der Kritik.
Foto: rtr

Bis Juni diesen Jahres haben sich in den privatisierten Universitätskliniken Gießen und Marburg 250.000 Überstunden angehäuft. "Wir halten das für einen Spitzenwert", kritisiert Gesamtbetriebsratsvorsitzender Dirk Gehrke. Besonders viel Mehrarbeit gab es am Standort Gießen sowie bei den Ärzten und den Pflegekräften, die jeweils 94.000 Überstunden ableisteten. "Das Personal ist psychisch und physisch am Ende", sagt die Marburger Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher. Um die Überstundenzahl abzubauen, müssten mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Dagegen spricht Rhön-Geschäftsführer Peter Mein von "Mehrarbeitsstunden", die größtenteils noch als Freizeit abgebummelt werden. Die hohe Zahl sei im Lauf der vergangenen Jahre entstanden: "Wir haben keinen signifikanten Anstieg." Zudem seien am Standort Marburg bereits 40 neue Pflegekräfte eingestellt worden.

Zweites Problem: Die Betriebsräte der privatisierten Universitäts-Kliniken Gießen und Marburg sind zurückgetreten. Damit wollen sie laut Gehrke eine vorzeitige Neuwahl einleiten, um zu verhindern, dass die 8000 Beschäftigten der Großkrankenhäuser in den kommenden Monaten ohne Arbeitnehmervertretung dastehen. Der Hindergrund ist kompliziert: Bereits seit mehr als drei Jahren streitet sich der Betriebsrat mit der Geschäftsführung vor Gericht. Der Arbeitgeber hat die letzte Betriebsratswahl angefochten, weil auch die 500 Schwestern des Roten Kreuzes und die 1200 Ärzte des Klinikums den Betriebsrat wählen beziehungsweise gewählt werden durften.

Auch Ärzte im Betriebsrat

Dadurch seien zu große Betriebsräte und nicht zur Firma Rhön-Klinikum gehörende Personen gewählt worden, meint die Geschäftsführung. Die Ärzte sind nämlich beim Land Hessen angestellt, die Rhön-Klinikum AG zahlt aber das Gros ihres Gehalts. Nach der Wahl zogen sieben Ärzte in die Betriebsräte von Gießen und Marburg ein. Gehrke, selbst Internist, findet das selbstverständlich. Schließlich müssten sie mitreden können, wenn etwa über ihre Überstunden diskutiert werde.

Die Situation der Ärzte sei seit Anfang August durch eine Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes zugunsten des Betriebsrats geklärt. Noch nicht gelöst ist die Frage des Wahlrechts der 500 DRK-Schwestern. Sie werden vom Roten Kreuz überstellt, arbeiteten aber wie andere Schwestern im Klinikum, berichtet der Betriebsrat. Kurios: Ihre männlichen Kollegen dürften wählen.

Autor:  Gesa Coordes
Datum:  29 | 8 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Eintracht Frankfurt
Im März 2010 war Bastian Oczipka von Bayer zum FC St. Pauli ausgeliehen.
Linksverteidiger 
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
        

In seinen Hochzeiten auch Eintracht-Kapitän: Chris.
Eintracht Frankfurt 
Eintracht Frankfurt zieht Bilanz 

Frankfurter Rundschau im Abo