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Volker Hoff: Der Albtraum von Roland Koch

Einst plante Minister Hoff für die CDU Dalai-Lama-Empfänge - jetzt ist er eine politische Zeitbombe im Kabinett. Von Matthias Thieme

Wohlwissend um die politische und weiterhin auch juristische Brisanz der Vergangenheit war Hoff von der Partei weitgehend aus dem hessischen Wahlkampf herausgehalten worden.
Wohlwissend um die politische und weiterhin auch juristische Brisanz der Vergangenheit war Hoff von der Partei weitgehend aus dem hessischen Wahlkampf herausgehalten worden.
Foto: ddp

Wo Ministerpräsident Roland Koch (CDU) in diesen letzten Stunden des Wahlkampfs auftaucht, plagt ihn die Sorge um seinem Problem-Minister Volker Hoff. Und bei der Hessen-CDU bricht plötzlich Panik aus: Schnell wurde Volker Hoffs launig hessisches Motto "Bevor isch misch uffrehsch, iss ess mir liebä egal" von der Internet-Seite des Ministers entfernt. Zu krass könnte der Zusammenhang wirken zwischen zur Schau gestellter Lässigkeit und dem offenbar sorglosen Umgang des Volker Hoff mit vielen Millionen Euro (siehe unten).

Wohlwissend um die politische und weiterhin auch juristische Brisanz der Vergangenheit war Hoff von der Partei weitgehend aus dem hessischen Wahlkampf herausgehalten worden. Ein paar Termine, einige Beiträge auf seiner Internetseite - ansonsten weilte der Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten in Berlin und sprach in abendlichen Diskussionsrunden der hessischen Landesvertretung in der Hauptstadt etwa über die Filmförderung in Hessen.

"Ein Fall für Zwei" hieß Hoffs Veranstaltung dort und passte damit ungewollt gut zu den Aktivitäten seiner ehemaligen Firma ZHP, deren Mitbesitzer und Geschäftsführer Volker Hoff zusammen mit seinem Partner Reinhard Zoffel war. In dieser Zeit gingen dort mittels vieler Schecks mehr als neun Millionen Euro ein, für die es laut Staatsanwaltschaft Wiesbaden "keine ersichtliche Rechtsgrundlage" und keine angemessene Gegenleistung der Firma gab.

Für die hessische CDU birgt der Fall eventuell ebenso viel Zündstoff wie die Schwarzgeld-Affäre der Partei im Jahr 1999/2000. Denn Hoff und seine Firma waren über lange Jahre so etwas wie die informell verlängerte Partei-Zentrale der Hessen-CDU, Zuständigkeitsgebiet: Öffentlichkeitsarbeit. Ob es Kampagnen und Plakate für Wahlkämpfe zu entwickeln gab, oder eine hessische Fußball-WM-Gala organisiert werden sollte - Hoff war mit seiner Agentur ZHP stets dabei, half und machte Geschäfte mit seinen alten Jugend-Kumpels von der CDU. Selbst ein Besuch des Roland-Koch-Freunds, seiner Heiligkeit Dalai Lama, in Wiesbaden, wurde von Hoffs Firma ZHP mitorganisiert.

Dass es in Hoffs Agentur über Jahre auch höchst illegal zugegangen sein soll, hat die Wiesbadener Staatsanwalt mit hohem Aufwand ermittelt. Gegen Hoffs Kompagnon Zoffel läuft seitdem ein Verfahren, das noch nicht abgeschlossen ist. Zoffel hat Hoff vor dem Wiesbadener Landgericht mit Aussagen bereits belastet, doch eine Anklage gegen den Politiker war bislang nicht möglich. Als Abgeordneter des Landtages genießt er Immunität.

Warum Roland Koch ihn bislang nicht fallen lässt, obwohl er zum Risiko der CDU wird, darüber rätseln viele Beobachter. Einer der besten Kenner des Falls vermutet, dass sich hinter dem Codenamen "Projekt Südtirol", der bei den Geldflüssen immer wieder auftaucht, in Wahrheit der nächste Schwarzgeld-Skandal der CDU verbergen könnte.

Autor:  MATTHIAS THIEME
Datum:  17 | 1 | 2009
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