kalaydo.de Anzeigen

Vorwürfe gegen Imam: Antisemitische Demonstration

Der Rat der Religionen berät über den Imam der Hazrat-Fatima-Gemeinde und spricht von "schweren Vorwürfen", die nun "lückenlos und zweifelsfei" ausgeräumt werden müssten. Von Canan Topçu

Junge Frauen bei der Grundsteinlegung für die umstrittene Hazrat-Fatima- Moschee in Frankfurt-Hausen.
Junge Frauen bei der Grundsteinlegung für die umstrittene Hazrat-Fatima- Moschee in Frankfurt-Hausen.
Foto: dpa

Der Druck auf den Geistlichen der Hazrat-Fatima-Gemeinde wächst. Imam Sebahattin Türkyilmaz, der an den umstrittenen Al-Quds-Demonstrationen in Berlin teilgenommen hat, wird des Antisemitismus beschuldigt. Türkyilmaz und die schiitische Gemeinde, in der er seit einem Jahr beschäftigt ist, werden aufgefordert, "keine Fragen mehr offen zu lassen". Es seien "schwerwiegende Vorwürfe", die gegen den Imam erhoben werden, erklärte der Rat der Religionen am Tag nach einer außerordentlichen Sitzung. Die in einem Magazinbeitrag des HR-Fernsehens formulierten Anschuldigungen müssten "lückenlos und zweifelsfrei" ausgeräumt werden.

Mehr als vier Stunden tagte das Gremium am Donnerstagabend. Der Vorstand machte sich ein Meinungsbild zu dem im Fernsehbeitrag formulierten Aussagen über Türkyilmaz und gab am Freitag eine Erklärung ab: "Im Blick auf die jährlich stattfindenden Al-Quds-Demonstrationen in Berlin teilt der Rat die Einschätzung, dass diese in Inhalt und Intention antisemitisch sind und das Existenz recht Israels in Frage stellen." Daher lehne das Gremium die Teilnahme an diesen Demonstrationen ab.

Im Vorstand des Rat der Religionen ist auch Ünal Kaymakçi. Der Generalsekretär der schiitischen Gemeinde, die in Hausen eine Moschee baut, sagt im FR-Interview, dass er "seinem Imam vertraue". Der Vorstand der Moscheegemeinde habe sich in einer langen Unterredung mit Türkyilmaz davon überzeugen können, dass die Vorwürfe unberechtigt sind.

"Ich bin in großer Sorge um den guten Ruf der Hazrat-Fatima-Gemeinde", sagte Ilona Klemens, Beauftragte für den interreligiösen Dialog beim evangelischen Stadtdekanat. "Ich habe ein großes Problem damit, dass Herr Türkyilmaz an den antisemitisch einzuordnenden Quds-Demonstationen teilgenommen hat", erklärt die Pfarrerin. Sie werde das persönliche Gespräch mit dem Imam suchen und ihre Positionen sehr deutlich machen. Die Frage, ob mit Türkyilmaz der interreligiöse Dialog fortgeführt werden könne, sei jetzt noch nicht beantwortbar.

Klare Trennlinie ziehen

Noch unklar ist auch, wie das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) mit dem "Fall Türkyilmaz" umgeht. Der schiitische Geistliche ist Teilnehmer der Imamfortbildung, die das AmkA im Januar gestartet hat. Das nächste Treffen der Imame findet am 22. Februar statt.

Die weitere Vorgehensweise hänge von der Beantwortung offener Fragen ab, wie etwa die, ob Türkyilmaz in Berlin tatsächlich einer "ziemlich abgeschotteten Gemeinde" vorstand, erklärte Amtsleiterin Helga Nagel.

Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg betonte, dass es unredlich sei, Frankfurter muslimischen Glaubens mit radikalen Kräften gleichzusetzen. Doch sei es auch an den Gemeinden, von sich aus konsequent und öffentlich "klare und eindeutige Trennlinien zu ziehen" und schon dem Anschein von Fundamentalismus aktiv entgegenzutreten.

Autor:  Canan Topçu
Datum:  12 | 2 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 

Staumelder

Staumelder 12 Staus mit einer Gesamtlänge von 57km
Zu den Staumeldungen
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Eintracht Frankfurt
Im März 2010 war Bastian Oczipka von Bayer zum FC St. Pauli ausgeliehen.
Linksverteidiger 
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
        

In seinen Hochzeiten auch Eintracht-Kapitän: Chris.
Eintracht Frankfurt 
Eintracht Frankfurt zieht Bilanz 

Frankfurter Rundschau im Abo