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Wie eine Gebetsmühle

Im Konflikt um den Bau eines weiteren muslimischen Gotteshauses sind die Positionen festgefahren

Migration in Frankfurt ist eine Tatsache, wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen": Mit dieser Äußerung provozierte Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) eine Welle der Empörung. Gefallen ist der Satz in der vergangenen Woche im Bildungs- und Integrationsausschuss. Damit reagierte die Stadtverordnete auf einen Bürger, der sich in der Sitzung zum geplanten Moscheebau in Hausen geäußert und die Zahl von Migrantenkindern an Schulen des Stadtteils kritisiert hatte.

Eskandari-Grünbergs Kommentar interpretierten nicht nur Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau als klare Aussage für das, was Muslime hier vor hätten: Die Islamisierung deutscher Städte. Die aus dem Iran geflüchtete Politikerin kann die Kritik nicht verstehen: "Ich wollte damit zum Ausdruck bringen wollen, dass Einwanderer zu Frankfurt gehören."

Dass die Hazrat-Fatima-Gemeinde am Industriehof ein Gebetshaus errichten will, wurde im Juni bekannt. Seitdem sorgt der Plan für hitzige Debatten und auch für politische Profilierung.

Der Integrationsausschuss befasste sich erstmals Ende August mit diesem Thema: Ausschussvorsitzende Bernadette Weyland (CDU) erteilte dem BI-Sprecher Horst Weißbarth das Wort, eine Diskussion wiederum ließ sie nicht zu und sorgte so für Unmut. Wie hart die Fronten zwischen den Moschee-Gegnern und den Befürwortern ist, wurde zwei Wochen später, am 17. September auf der Sondersitzung des Ortsbeirats 7, deutlich. Es herrschte eine geradezu feindliche Stimmung im Saal der Brotfabrik, wo Ünal Kaymakçi als Vertreter des MoscheeVereins vor etwa 300 Bürgern das Bauvorhaben präsentierte. Ortsvorsteher Christian Wernet hatte Mühe, die aufgebrachte Menge zur Ruhe zu bringen.

"Wir lehnen es ab"

Ohne Zwischenrufe hingegen hatte Kaymakçi Anfang September auf einer Veranstaltung des Moschee-Vereins über das Projekt informieren können. Das lag wiederum daran, dass sich an dem Gespräch im Saalbau Schönhof im Wesentlichen die Unterstützer des Projekts beteiligten. Von der BI, die sich kurz nach dem Bekanntwerden der Moschee-Baupläne in Hausen formiert hatte, meldete sich Weißbarth mit klarer Ansage zu Wort: "Egal, was Sie sagen, wir lehnen diesen Bau ab." Dabei ist es geblieben.

Anfang Oktober veranstaltete die Frankfurter Rundschau in Kooperation mit dem Haus am Dom eine Podiumsdiskussion. Dort wurde unter anderem kritisiert, dass sich die Stadtpolitik zu lange im Moscheen-Streit zurückgehalten hat. Die Frankfurter Soziologin Angela Joost stellte fest, dass es sich bei dem Moschee-Konflikt um ein Generationsproblem handele. Es seien vor allem Ältere, die sich schwer täten, Moscheen in ihrer Nachbarschaft zu akzeptieren.

Autor:  CANAN TOPçU
Datum:  13 | 11 | 2007
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