Heute Mittag wollen sie der Frankfurter Oberbürgermeisterin eine Erfolgsgeschichte präsentieren: Die Investoren des Zeil-Einkaufszentrums, das im Februar 2009 zum ersten Mal für die Besucher aus Nah und Fern geöffnet werden soll. Die Zahlen, die schon vor dem Treffen durchsickern, werden auch bei Petra Roth und anderen Kommunalpolitikern Entspannung auslösen: 70 Prozent der 90 Läden in der künftigen glasüberdachten Shopping Mall zwischen Großen Eschenheimer Straße und Zeil sind schon vermietet.
Auf 52.000 Quadratmetern Verkaufsfläche locken die Käufer im nächsten Jahr Textilien und Lebensmittel, Fitness-Einrichtungen und Bücher, Unterhaltungselektronik und und und... Nach den jüngsten Zahlen des Investors Bouwfonds/MAB soll das 800 Millionen Euro teure Zentrum im Jahr einen Umsatz von bis zu 300 Millionen Euro erwirtschaften - zum Vergleich: Die Läden und Kaufhäuser an der gesamten Zeil heute bringen zusammen 800 Millionen Umsatz jährlich.
Tag und Nacht sind die Arbeiter zugange, der Rohbau an der Zeil ist inzwischen fertig gestellt, der Innenausbau hat begonnen. Aus logistischen Gründen werden zahlreiche Rolltreppen bereits währen der Rohbauphase installiert. Mit einer Länge von 46 Metern ist die längste Rolltreppe Europas bereits zu sehen.
Michael L. Flesch, Geschäftsführer von Bouwfonds /MAB, der heute ins OB-Büro kommt, hat die Erfolgsgeschichte am Mittwoch schon einmal erzählt: Auf Einladung der Bernd Heuer Dialog GmbH, vor mehr als 60 Projektentwicklern, Investoren, Architekten, Vertretern der Stadt, die im Haus der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank in Frankfurt zusammengekommen waren.
Etwa 1000 Menschen werden im Einkaufszentrum einmal arbeiten. Das geplante Bürohochhaus ist inzwischen bis zur fünften Etage aus der Erde gewachsen, die Arbeiten für den Wiederaufbau des Palais Thurn & Taxis an der Großen Eschenheimer Straße sind am Dienstag dieser Woche vergeben worden. Unklar ist freilich noch immer, wie die versprochene kulturelle Nutzung des Palais einmal aussieht. Baubeginn für den ebenfalls geplanten Hotel-Turm soll in Kürze sein, die Verhandlungen mit einem Betreiber für ein Luxushotel befänden sich in der Endphase, erzählt Flesch - das freilich ist schon seit mehr als einem halben Jahr zu hören.
Im Juli 2007 hatte der Manager der Öffentlichkeit den ersten Entwurf der Bebauung auf dem nördlich an das Einkaufszentrum angrenzenden Gelände präsentiert, das früher einmal der "Frankfurter Rundschau" gehört hat. Heute sollen die weiter überarbeiteten Pläne des Berliner Architekturbüros Langhof Architekten auf den Tisch kommen. Direkt nördlich vom Palais bleibt es bei einem Gebäude mit 35 "luxuriösen Eigentumswohnungen" (Flesch).
Nördlich davon erstreckt sich das "Frankfurter Rundschau Projekt" (Flesch): Auf neun Stockwerken entstehen hinter einer Naturstein-Fassade 18 300 Quadratmeter lukrativer Büroflächen, die sich um einen Innenhof gruppieren. Der Entwurf nimmt die charakteristische "runde Ecke" des alten, längst abgebrochenen "Rundschau"-Hauses wieder auf. Im letzten Vierteljahr 2010 oder im ersten Quartal 2011 könne das Quartier bezogen werden. Das wäre dann das gute Ende der erhofften Erfolgsgeschichte.

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